Von wegen "O du fröhliche": 20 Prozent
zu Weihnachten besonders unglücklich
- Studie: Depressiver Gefühlszustand noch verstärkt
- Größte Angst vor Tod von Angehörigen oder Freunden
·Das Christkind tippt heuer am liebsten SMS
Jeder 3. Weihnachtsgruß wird via Handy versendet
·Geschenksideen für das Weihnachtsfest
Handys, Parfums, Mode, Schmuck, Elektronik etc.
·Weihnachtswünsche der Österreicher...
Musik, Filme, Computer-Zubehör und Bargeld
Mindestens 20 Prozent der Österreicher bezeichnen sich selbst als unglücklich. Das ist das zentrale Ergebnis einer am Montag vom Zukunftsforum Österreich präsentierten Studie zum Wohlbefinden der Österreicher. "Und dieser depressive Gefühlszustand wird zu Weihnachten noch verstärkt", sagte Hannes Bauer, Vorsitzender des Zukunftsforums, am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien.
Dagegen bezeichneten sich nur 14 Prozent der 1.013 Befragten als "sehr glücklich". Sozialwissenschafter Ernst Gehmacher: "Sie schweben sozusagen im siebenten Himmel." Zwei Drittel sind "ziemlich glücklich". Gehmacher: "Sie werden mit ihrem Stress und ihren Leiden ganz gut fertig, leben recht gut, aber die große Erfüllung ist es nicht."
Die Studie, deren Endfassung Ende Jänner 2006 veröffentlicht werden soll, hat auch Binsenweisheiten über das Glück bestätigt. So zeigte sich, dass Frauen eher unglücklich sind als Männer. Weiters bringt Jugend eher Lust, schützt aber nicht vor Leid. Gehmacher: "Alter an sich macht nicht unglücklich, aber es mindert den Lustgewinn." Weiters helfe Geld zwar gegen Leiden, mache aber grundsätzlich nicht von vornherein glücklich.
Am unglücklichsten bezeichneten sich jene Österreicher, die ihre Partner verloren haben, also verwitwet oder geschieden sind bzw. getrennt leben. Dementsprechend fürchten sich die meisten vor dem Tod von Angehörigen oder Freunden (47 Prozent), gefolgt von einer eigenen Krankheit oder Behinderung (46 Prozent) und der Auflösung der Familie (42 Prozent). Danach folgt bereits die Angst vor einem "hohen Ausländeranteil" in Österreich sowie Krieg (je 39 Prozent).
Wenn es um Hilfestellung geht, werden in den meisten Fällen der Partner oder die Eltern kontaktiert, zehn bis 15 Prozent der Befragten gaben sogar an, "niemanden" um Hilfe bitten zu können. Bauer: "Ein Alarmzeichen."
Für 80 Prozent ist der Lebensgefährte der Ansprechpartner Nummer eins, 57 Prozent gaben an, dass die Mutter um Hilfe gebeten wird, der Vater kommt dafür nur für 40 Prozent in Frage. Dieser Trend sei aber auch auf die zunehmende Anzahl allein erziehender Mütter zurückzuführen, führte Gehmacher aus. Generell gebe es eine Entwicklung hin zu einer längeren Bindung zur Mutter. "Das ist nicht zu begrüßen." Sogar auf Hochschulebene würden die Kinder sich noch ans "Hotel Mama" klammern. Das würde sowohl für die Kinder als auch für die Mutter in die Isolation "fast ohne andere Bindungen" führen. (apa/red)
