Montag, 19. Dezember 2005

Neue Tiroler Landesregierung präsentiert: Bodner, Koler, Steixner (V), Lindenberger (S)

  • Landtagsvize-Präsident & LH-Stv.-Posten noch offen

Tiroler ÖVP und SPÖ haben am Dienstag die vier neuen Mitglieder der achtköpfigen Landesregierung präsentiert. Die Wahl von Landwirtschaftslandesrat Toni Steixner, Wirtschaftslandesrat Hannes Bodner, Bildungslandesrat Erwin Koler (alle V) und SP- Verkehrslandesrat Hans Lindenberger folgt im Landtag am 3. Jänner.

Die Nachbesetzung war nach dem überraschenden Rücktritt der halben Regierung seit vergangenem Freitag notwendig geworden. Landeshauptmann Herwig van Staa sah in dem Team sein "Endgültiges", mit dem er bis zur Landtagswahl spätestens im Jahr 2008 regieren wolle.

Das "jüngste Gesicht", der 36-jährige Bodner, kündigte an, die Wirtschaftspolitik seines zurückgetretenen Vorgängers, Ferdinand Eberle, fortsetzen zu wollen. Bildung gehe alle etwas an, erklärte der neue Bildungslandesrat Koler. Um sich mit Bildung zu befassen brauche es "nicht unbedingt den erfahrendsten und besten Lehrer". Landwirtschaftslandesrat Steixner will in der Landesregierung nicht nur die Interessen der Bauern vertreten, sondern die Interessen aller.

Die Verteilung der Agenden stand vorerst noch nicht endgültig fest. Sie werde in den kommenden Tagen ausverhandelt und dann der Öffentlichkeit präsentiert, hieß es. Unklar war außerdem, wer die Funktion des 1. Landtagsvizepräsidenten übernehmen wird, die bisher von Steixner ausgeübt wurde.

Lindenberger bezeichnete den Umgang mit der Bevölkerung als seine Stärke. Beide Zuständigkeitsbereiche - der Verkehr und die Umwelt - seien untrennbar miteinander verbunden. Einer der Schwerpunkte seiner Aufgabe werde die Information - insbesondere der betroffenen Bevölkerung - sein, erläuterte der designierte Landesrat.

Die Grünen zeigten sich "verwundert" über das "Mini-Ressort" des designierten Landwirtschaftslandesrates Steixner. Der Bauernbund-Chef übernehme lediglich eine bisherige "Nebenbaustelle" des Landeshauptmannes. Offenbar gehe es bei der Bestellung des Bauernbundobmannes nur um die Absicherung der Macht des Bauernbundes. "Der ÖVP-Bauernbund hat die Macht im Lande an sich gezogen", kritisierte auch FP-Obmann Hauser die Umbildung.
(apa/red)

19.12.2005 12:45