Donnerstag, 15. Dezember 2005

Was kostet die Welt? Manchmal sehr viel: Das sind Europas teuerste City-Apartments...

  • Nobelmeilen: Wo Sie locker 14.700 Euro/m² zahlen
  • London Kensington vor Moskauer Patriarchenbrücke

Wer genügend Geld hat, dem steht die ganze Welt der Luxusimmobilien offen – falsch! In den beliebtesten Metropolen Europas sind Apartments in bester City Lage rar – und daher müssen auch die Reichen lange suchen, bis sie vielleicht das passende Weihnachtsgeschenk haben. Eine Umfrage unter marktkundigen internationalen Maklern zeigte außerdem: Nicht immer sind die bekannten Straßenzüge, wie die Champs-Elysees oder der Kurfürstendamm die beliebtesten City-Adressen.

„Typische Bewohner solcher City-Apartments besuchen das Theater oder die Oper und wollen dann ohne Umwege nachhause gehen können“, sagt Dominic Leivers, internationaler Makler in London. „Sie besitzen Wohnungen in mehreren Städten und kommen vielleicht nur ein- oder zweimal zu Besuch.“ Während an Mieten in diesen Preisklassen ohnehin nicht zu denken ist, blättern Vermögende für Spitzenlagen durchschnittlich 7.709 Euro/m2 auf den Ladentisch. London führt die Hitliste der City-Appartement-Preise an. Ab umgerechnet etwa 14.700 Euro/m2 kann man in der momentan hippsten Gegend Londons – rund um High Street Kensington – ein Wohnjuwel kaufen. Aber auch in anderen Städten wie Moskau ziehen die Preise mächtig an.

Nobelmeile in Moskau
Am Moskauer Patriarshy Prudi (Patriarchenbrücke) lebt, wer auf Reputation viel Wert legt. Hier findet sich eine Mischung aus Geschäftsleuten, Privaten, Internationalen und vermögenden Einheimischen. Viele Russen selbst fänden mittlerweile aber Rublyovskoye Shosse attraktiver, verrät die in der russischen Metropole lebende Immobilienexpertin Elizabeth G. Malloy.

Mailand und Rom
Dort, wo Anita Ekberg in Fellinis „La Dolce Vita“ im Trevi Brunnen ein Bad nahm, zahlt man heute rund 7.000 bis 9.000 Euro. Auch die Via Veneto – ebenfalls zentraler Schauplatz des Filmklassikers - sei noch immer heiß begehrt, versichert Trinidad Passerini, Geschäftsführer von Precious Villas Ltd. Wie in der ewigen Stadt gilt auch in Mailand die historische Altstadt als interessanteste Lage. Als nobelste Adresse wird die direkt beim Dom gelegene Via Montenapoleone gehandelt, wo weltberühmte Designer wie Gucci, Valentino und Armani ausstellen.

Budapest
Aktuelle renovierte und zum Verkauf stehende Wohnungen der Andrássy út, befinden sich in wunderschönen Palästen des 19. Jahrhundert. Mit Säulen, Marmorbildern und Mosaiken verziert, geben diese luxuriösen Bauten ein wunderschönes Domizil ab. An der Hauptstraße liegen auch die Oper und der bekannte Heldenplatz. Die Stadt wird für ausländische Wohnungseigentümer immer attraktiver, da sich das wirtschaftliche und politische Leben des Ostens und des Westens in Budapest vereinen und die Preise sich mit durchschnittlichen Höchstwerten von rund 3.700 Euro/m2 noch moderat verhalten.

London
Die Kensington Gardens sind eine der königlichen Parks in London und grenzen unmittelbar an den Hyde Park. Der größte Teil liegt in der City of Westminster, ein kleiner Teil im Westen im prominenten und teuren Stadtbezirk Kensington and Chelsea, welches sich als Zentrum der Londoner Kulturszene etabliert hat und viele namhafte Künstler anzog und zieht. Zusammen mit dem Hyde Park, dem Green Park und dem St. James's Park bilden die Kensington Gardens einen über vier Kilometer langen, nur durch einige Straßen unterbrochenen Grünstreifen zwischen den Stadtteilen Westminster und Notting Hill. Hier zahlt man für die Miete, wofür man anderswo schon Eigentum bekommt

Berlin
Wem Berlin ans Herz gewachsen ist, der sollte schnell zuschlagen. In den Seitengassen des Kurfürstendammes zahlt man für Eigentum im Dachgeschoß derzeit nur zwischen 2.800 und 3.800 Euro pro Quadratmeter, weiß Michael Engel, Geschäftsführer von Engel Business + Private Immobilien GmbH. Auf dem bekanntesten Boulevard Berlins gibt es übrigens kaum Wohnungen - „viel zu laut“, meint Engel. Lange sollte man mit dem Kauf aber nicht warten, die Preise werden ebenso wie die noch geringe Eigentumsquote von 18 Prozent sukzessive ansteigen.

St. Petersburg
Die russische Metropole mit ihren 5 Mio. Einwohnern behebergt gleichzeitig die teuersten Restaurants, die nobelsten Geschäfte und liegt, kulturell gesehen und historisch bedingt, vor Moskau. Die herrschaftlichen Paläste und die Innenstadt sind ein teures Pflaster. Die dort Lebenden, sind meist Russen, denen St. Petersburg als Zweitsitz dient. In dieser Gegend zu wohnen heißt, in geschichtsträchtige Bauten und an kulturellen Brennpunkten zu leben. Nicht umsonst kostet der Quadratmeter im Kauf bis zu 6.000 Euro.

Paris
Das linke Seine-Ufer gilt als das Reich des Geistes: Hier ist die Universität Sorbonne, die fünf französischen Akademien, die Beaux Arts, Verlage, Buchhandlungen und Galerien angesiedelt. „Während es die Jüngeren und Singles eher in das Viertel Marais zieht, tendieren wohlhabende Familien dazu, die wunderschönen Wohnjuwelen im 7. Arrondissement zu nutzen. Mit 12.000 Euro pro Quadratmeter muss man dabei schon rechnen”, erzählt Thierry Journiac von TerraCognita.

Wien
Die Kärtnerstraße und der Kohlmarkt gelten als Nobelmeilen mit internationalem Niveau. Die charmante Wiener Innenstadt mit ihrer Melange aus K.u.K-Nostalgie und hochwertigen Kulturangeboten, die weltweit ihresgleichen sucht, lockt zahlreiche In- und Ausländer. Im Verhältnis Qualität zu Preis dürfte Wien ganz vorne dabei liegen. „Für etwa 8.500 Euro pro Quadratmeter bekommt man in Wien Wohnungen der Extraklasse“, weiß Harald Pallausch, Leiter des Projektes „The Max“ am Kohlmarkt Nummer 7.

München
München hat sich in Deutschland als begehrter Wirtschaftsstandort etabliert. Besonders Technologieunternehmen oder Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne haben sich in der Stadt niedergelassen. Dank des kulturell beachtlichen Angebots schlug sich das drastisch auf den Wohnungsmarkt nieder. Hohe Mieten werden in der Bayrischen Hauptstadt von den vielen Zahlungsfähigen und –willigen entrichtet. In richtig exklusiven Lagen im Nobelviertel Grünwald oder auch in der Innenstadt können sich jedoch nur sehr wenige ihren Wohntraum realisieren – sind doch für den Quadratmeter Eigentum schon mal 6.200 Euro hinzublättern.

Madrid
Die Lebenshaltungskosten sind mit denen in anderen europäischen Metropolen / Hauptstädten vergleichbar. Daher verwundert es auch nicht, dass der Wohnungskauf in Madrid zur kostspieligen Angelegenheit wird. Neben Ferienhäusern gelten bei den Superreichen auch Wohnungen in der Mitte der spanischen Hauptstadt (entlang der Gran Vía, oberhalb der Puerta del Sol) als Statussymbol. Nachts vermischen sich die Leuchtreklameschilder mit den Lichtern der zahlreichen Kinos und geben der Straße ein großstädtisches Flair - ein bisschen Picadilly Circus, ein bisschen New York, ein bisschen Paris - aber immer spanisch. Das charmante Flair hat seinen Preis: Der Quadratmeter kostet schon mal 10.000 Euro.


15.12.2005 08:40