Montag, 12. Dezember 2005

Vom Toten Meer bis auf den Mount Everest: Wiener über Hürden zum Höhen-Weltrekord

  • Diabetiker will mit Rad 9.000 Höhenmeter überwinden
  • Zwischenzeitliche OP in der iranischen Wüste geglückt

Seit zwei Monaten radelt der Wiener Diabetiker Geri Winkler nun quer durch Asien. Der 49-jährige Extremsportler will in Weltrekordzeit 9.000 Höhenmeter mit dem Fahrrad und zu Fuß überwinden: Vom Toten Meer bis auf den Mount Everest. Nach 4.040 Kilometern Radstrecke musste er sich nun in der iranischen Wüstenstadt Zahedan an einem offenen Abszess operieren lassen. "Ich habe mir einen guten Zeitvorsprung heraus geradelt", so Winkler. Der Weltrekord sei noch nicht in Gefahr.

"Just an der Stelle, wo ich am Sattel aufsitze" begann sich ein Abszess zu bilden, schildert der Diabetiker und Wiener Abenteurer Geri Winkler in seinem Weblog. Als er in der iranischen Provinz Belutschistan von Polizisten aus Sicherheitsgründen angehalten wurde und in einer "Art Abstellkammer" schlafen musste, verschlimmerte sich sein Zustand. In der Hauptstadt der Region, Zahedan, ließ er sich dann Anfang Dezember untersuchen. Eine Chirurgin riet ihm zur Operation. Winkler entschloss sich mitten in der Wüste für den Eingriff, "obwohl hier sicher nicht der gleiche Standard wie in Teheran herrscht".

Abszess nicht die einzige Hürde
Der 49-Jährige ist auch sonst nicht gerade vom Glück verfolgt: Seine Digitalkamera ist verschwunden und auf einer Teilstrecke blies ihm der Wind so stark entgegen, dass er bergab kräftig treten mussten. Nachdem ihn die Polizei in Belutschistan aufgelesen und 25 Kilometer weit mit dem Auto ins nächste Dorf gebracht hatte, musste er die selbe Strecke wieder zurück. Der Weltrekordler bewältigt die gesamte Strecke selbstständig und ohne technische Hilfsmittel.

Abenteuer ohne Weihnachten
Seit 4. Dezember ist der Extremsportler nun zu der Pause gezwungen. "Noch weiß ich nicht, wann ich wieder aufs Rad steigen kann." Dennoch bleibt er zuversichtlich, die Weltrekordzeit einhalten zu können. Bisher habe der Wiener eine Woche gutmachen können. "Dieser Vorsprung schmilzt jetzt." Das Ziel der Rad-Etappe, Kathmandu, soll er Ende Februar erreichen. Mehr als die Hälfte der 7.600 Kilometer langen Radstrecke hat Winkler nun - kurz vor der Grenze zu Pakistan - hinter sich. Weihnachten werde es für Geri Winkler heuer "nicht wirklich geben", berichtete er. Genauso wie vergangenes Jahr, als sich der Wiener am 24. Dezember auf einer Expedition in der Antarktis befand. (APA/red)

12.12.2005 16:32