Neue Reisepässe ab Sommer: Biometrische Daten werden auf einem Chip abgespeichert!
- Lichtbild wird nicht mehr geklebt, sondern gedruckt
- Alte Pässe behalten bis Ablaufdatum ihre Gültigkeit

Ab Frühsommer 2006 gibt es neue Reisepässe. Sie werden einen elektronischen Chip für die Speicherung biometrischer Daten haben. Das elektronische Lichtbild wird im neuen Pass nicht mehr geklebt, sondern gedruckt. Die Fotodaten werden zusätzlich für die elektronische Gesichtserkennung auf einem Chip abgelegt. Zum Wechsel gezwungen wird freilich niemand. Der alte Pass behält bis zu seinem Ablaufdatum seine Gültigkeit.
Die Gültigkeit des Passes bleibt mit zehn Jahren gleich. Auch die Kosten sind mit 69 Euro unverändert. Für Kinderpässe gibt es sogar eine Reduktion auf 26 Euro. Das ist so viel wie für die derzeitige Eintragung eines Kindes in das Reisedokument eines Elternteils.
Pässe erst nach 5 Tagen
Eine Verschlechterung für die Konsumenten gibt es allerdings. Statt sofort bekommt man den Reisepass künftig wie in der alten Zeit erst nach fünf Tagen. Grund dafür ist, dass die Erstellung des Chips einen entsprechenden Zeitaufwand verursacht. Dafür muss man das Dokument nicht persönlich abholen, sondern es wird postalisch je nach Wunsch entweder an den Wohnort oder an den Arbeitsplatz zugestellt.
Gesichtserkennungs-Scanner auf Flughäfen
In einigen Jahren sollen die meisten Flughäfen mit Gesichtserkennungs-Scannern ausgerüstet sein, welche das im Pass gespeicherte Bild per Kamera mit dem Gesicht des Passinhabers abgleichen. Deshalb gelten für die neuen Ausweisfotos auch strengere Richtlinien als bisher. So darf darauf etwa nicht mit geöffnetem Mund oder blitzenden Zähnen gelacht werden, da dies die Scanner für die Gesichtserkennung irritieren würde. Auch Schielen, breites Grinsen, Heben einer Augenbraue oder das Aufreißen der Augen ist auf dem Foto künftig nicht mehr erlaubt.
Fingerabdrücke digital erfasst und gespeichert
In einigen Jahren sollen auch zwei Fingerabdrücke digital erfasst und auf dem Pass gespeichert werden. Deutschland, das ebenso wie Schweden schon die ersten elektronischen Pässe ausgegeben hat, will damit bereits 2007 starten, in Österreich soll der Fingerabdruck frühestens 2009 folgen.
Nationalrats-Beschluss im Jänner geplant
Ganz definitiv ist die Umsetzung dieser Maßnahmen allerdings noch nicht, da sie zwar schon vom Ministerrat, aber noch nicht vom Parlament beschlossen sind. Der Nationalratsbeschluss ist für den Jänner geplant. Datenschützer haben schon vor einem drohenden Datenmissbrauch gewarnt. Innenministerin Liese Prokop (V) verweist hingegen auf den Vorteil, dass der Pass nun viel fälschungssicherer werde. (apa/red)
