Dienstag, 13. Dezember 2005

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist bei Österreichern in, Mietwohnungen sind out...

  • 79% möchten eigenes Haus oder Eigentumswohnung
  • Nur 4% der Befragten wünschen sich Mietwohnung

Wohnen in den eigenen vier Wänden ist bei den Österreichern nach wie vor "in", wohnen in Mietwohnungen dagegen ziemlich "out". Für 79 Prozent stellt ein eigenes Haus (55 Prozent) oder eine Eigentumswohnung (13 Prozent) die ideale Wohnform dar, für nur 6 Prozent ist dies eine Miet- bzw. Gemeindewohnung (4 Prozent) oder eine Genossenschaftswohnung (2 Prozent), geht aus einer im Auftrag der Raiffeisen Bausparkasse von Fessel-GfK durchgeführten Umfrage unter 4.000 Österreichern hervor...

In einem eigenen Haus oder einer eigenen Eigentumswohnung wohnen bereits 68 Prozent der Österreicher. Das sind um 7 Prozentpunkte mehr als laut der letzten vergleichbaren Studie aus dem Jahr 1987, so Fessel-GfK-Meinungsforscher Rudolf Bretschneider. Erich Rainbacher, Generaldirektor der Raiffeisen Bausparkasse, sieht darin vor allem ein Wohnbau-Potenzial von 11 Prozent.

Sympathisch: Wohnen im 'Speckgürtel'
Nach der sympathischeren Wohnform befragt, sprechen sich sogar 89 Prozent der Österreicher für Eigentum und nur 9 Prozent für die Rechtsform Miete aus. Besonders viel Sympathie findet das Eigentum bei den Bewohnern der wachsenden "Speckgürtel" rund um die größeren Städte und im ländlichen Raum. Hier sprechen sich sogar 93 Prozent für Wohnen im Eigentum aus. Während immer weniger Menschen in Dörfern oder Großstadtzentren wohnen, werden die "Speckgürtel" um die Städte immer dicker. Vor allem bei den Jungen gebe es den Wunsch, in die Nähe einer Großstadt zu ziehen, aber nicht hinein, "um das Beste aus beiden Welten zu haben", so Bretschneider. Es sei der Wunsch, die Großstadtfunktionen Einkauf und Beruf mit den ländlichen Funktionen Garten und Freiraum für die Kinder zu kombinieren. Das spiegelt sich auch in den Umfrage-Daten wider, wonach sich im Vergleich zu 1987 weniger Österreicher als Stadt- aber auch weniger als Landmenschen bezeichnen.

Wunschtraum Einfamilienhaus
Spitzenreiter auf der Wunschliste der Österreicher ist nach wie vor das Einfamilienhaus. Knapp zwei Drittel (63 Prozent) würden am liebsten darin wohnen, 48 Prozent wohnen bereits in ihrem eigenen Haus. "15 Prozent können ihren Wunsch noch in die Wirklichkeit umsetzen", so Rainbacher. Besonders beliebt ist das Einfamilienhaus bei jungen Familien mit Kindern (76 Prozent) und im ländlichen Bereich in Gemeinden mit unter 5.000 Einwohnern (72 Prozent). In Wien sind es "nur" 49 Prozent.

Eigentumswohnung beliebt bei Älteren
Eine Eigentumswohnung stellt für 16 Prozent der Befragten die beste Wohnform dar. Besonders beliebt ist sie bei älteren Personen (20 Prozent), da sie einfacher zu handhaben ist. In Wien, wo freie Grundstücke Mangelware und oft sehr teuer sind, ist ihr Anteil mit 26 Prozent überdurchschnittlich hoch. "Die Eigentumswohnung stellt hier quasi einen Ersatz für das Einfamilienhaus dar", so Rainbacher.

Nur 4% für Gemeinde- oder Mietwohnung
In Gemeinde- oder Mietwohnungen zu wohnen wünschen sich eigentlich nur 4 Prozent der Österreicher, praktisch leben aber 18 Prozent darinnen. Besonders für jüngere Altersgruppen und jüngere Paare ohne Kinder stelle diese Wohnform - teilweise aus finanziellen Gründen - eine Übergangsform dar, so Rainbacher.

Wohnungseigentum als Geldanlage
Für 68 Prozent der Österreicher ist der Erwerb von Wohneigentum auch mit Geldanlage verbunden. 57 Prozent sehen darin ein sinnvolles Altersvorsorgeinstrument, um mehr finanziellen Spielraum im Vergleich mit einer Mietwohnung zu haben. Für 45 Prozent spielt die Überlegung, Vermögenswerte an Kinder oder Enkelkinder übergeben zu können, eine wichtige Rolle. "Das bestätigt unsere Geschäftspolitik", so Rainbacher.
(apa/red)


13.12.2005 09:09