Mittwoch, 14. Dezember 2005

Markus Rogan: Aufgetaucht in Rekordzeit

Nach Olympia 2004 war Österreichs Paradeschwimmer das Image des Partygehers umgehängt worden. Dabei schuftete er längst für die Weltbestmarke.

Auf das ganz große Glücksgefühl wartet Markus Rogan bis heute. Obwohl der 23-jährige Wiener am Donnerstag, 8. Dezember, knapp nach halb sieben Uhr Abend, in Triest wieder einmal österreichische Sportgeschichte geschrieben hat. Seit Rogan nach einer Minute, 50 Sekunden und 43 Hundertstel im 200-Meter-Rücken-Finale der Kurzbahn-EM die Zeitnehmung ausgelöst hat, ist er neuer Weltrekordhalter. Etwas, was ihm trotz seiner zwei Olympiamedaillen von Athen 2004 und zahlreicher Europameistertitel in Wahrheit kaum einer zugetraut hat – mit Ausnahme seines Trainers Robert Michelmayr, seiner Familie und seines Managers und Stiefvaters Michael Schmitz.

Nach Olympia war dem eloquenten und geselligen Stanford-Absolventen nicht selten das Image des nimmermüden Partygehers umgehängt worden. In Wahrheit aber quälte er sich seit einem Jahr härter denn je im Trainingsbecken und in der Kraftkammer des Bundesleistungszentrums Südstadt für den ganz großen Traum: in seiner Paradedisziplin eine Zeit zu schwimmen, die vor ihm kein anderer Mensch geschafft hat. Rogan: „Ein solches Weltrekordrennen ist für mich der ultimative Wettkampf. Dann hast du gegen drei Milliarden Männer auf dieser Welt gewonnen.“

Traum von Olympia-Gold. Dass es zudem ein Weltrekord mit Ansage war, macht Rogans Leistung noch beeindruckender. Und ihm selbst Appetit auf mehr. Deshalb gönnt sich Österreichs Paradeschwimmer keine Pause, steht seit der Rückkehr aus Triest wieder voll im Aufbautraining für die Kurzbahn-WM in Shanghai im April 2006. Bevor er 2008 in Peking nach Olympia-Gold greift …

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PLUS: Das Interview mit Markus Rogan

14.12.2005 16:23