Jagd auf falsche Bräute

Scheinehen im Visier: Das Geschäft mit Ausländer-Hochzeiten boomt. Ab 2006 müssen verdächtige Trauungen der Polizei gemeldet werden Heiratsschwindlern droht ab sofort ein Jahr Haft.
Als die Beamten der Fremdenpolizei im heurigen September das erste Mal an die Tür von Sonja B. klopften, ahnte die 41-jährige Oberösterreicherin nicht, was noch auf sie zukommen sollte. Wo denn ihr Ehemann sei, wollten die Polizisten von ihr wissen. Wo er arbeite, wann er wieder nachhause komme? Und ich wusste darauf keine Antworten, sagt Sonja heute. Denn ihren Mann, einen 24-jährigen Serben, hatte sie seit der Hochzeit nur einmal gesehen. Und die war im Juli
Ich habe heuer im Frühjahr meinen Job verloren, war Single und verzweifelt, erzählt Sonja. Freundinnen haben ihr dann von einer Möglichkeit erzählt, schnell und einfach viel Geld zu verdienen: 8.000 Euro wurden mir versprochen, wenn ich einen Serben heirate. Die Ehe sollte dreieinhalb Jahre dauern, dann hätten wir uns wieder scheiden lassen.
Schnelle Heirat. Das Angebot klang verlockend, Sonja wurde dem Serben vorgestellt, ihre Freundinnen überredeten sie, es doch einfach zu versuchen. Sie betonten andauernd, dass sie selbst schon öfter mit Ausländern verheiratet gewesen wären und nie Probleme, dafür aber immer Geld gehabt hätten, sagt sie. Argumente, die Sonja überzeugten. Also wurden die nötigen Dokumente besorgt, und schon wenige Wochen später wurde geheiratet: Ich sollte 2.000 Euro bei der Trauung bekommen, 1.000 Euro ein paar Tage später und 5.000 Euro
in Raten, sobald mein Mann die Arbeitserlaubnis erhalten hätte.
Haft bei Scheinehe. Damit wäre Sonja ab 1. Jänner 2006 sogar mit einer Haftstrafe bedroht. Denn dann tritt die Novelle zum Fremdenrecht in Kraft, mit der das Eingehen einer Aufenthaltsehe gegen Entgelt mit bis zu einem Jahr Haft oder 360 Tagessätzen bestraft wird.
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