Niedrigste Rate seit April 2004: Inflation
in Österreich auf 1,6 Prozent gesunken
- Wohnen/Wasser/Energie Hauptgrund für Inflation
- Teuerungen bei Mineralölprodukten "verschwinden"
Die Teuerung hat sich in Österreich im vergangenen Monat erneut merklich abgeschwächt. Die nach heimischen Kriterien berechnete Inflationsrate verringerte sich im November auf 1,6 Prozent, nach noch 2,0 Prozent im Oktober. Die für die Euro-Zone ermittelte HVPI-Rate, die im Oktober bei 2,0 Prozent gelegen war, ging ebenfalls auf 1,6 Prozent zurück.
Der erneut starke Rückgang der Inflationsrate auf ein Niveau, das zuletzt im April 2004 erreicht wurde, resultiert unter anderem wie schon im Oktober daraus, dass die starken Verteuerungen für Mineralölprodukte vor einem Jahr begonnen haben und somit nun indextechnisch teilweise "verschwinden". So sind Kraftstoffe im November "nur" mehr um 9 Prozent teurer als vor einem Jahr, im Oktober waren es noch 15 Prozent und im September 23 Prozent.
Hauptverantwortlich für die Teuerung im November sind nach wie vor die Hauptgruppen "Wohnen, Wasser und Energie" (+2,7 Prozent) sowie "Verkehr" (+3,0 Prozent). Sie zeigen zwar eine Verlangsamung, erklären zusammen nach Angaben der Statistik Austria vom Freitag etwa die Hälfte der gesamten Inflation von 1,6 Prozent.
Wohnen, Energie, Verkehr weiter Preistreiber
In der Hauptgruppe "Wohnen, Wasser und Energie" blieben im November die Preissteigerungen bei den Betriebskosten für Wohnungen mit 10 Prozent weiter auf hohem Niveau, bei der Haushaltsenergie verlangsamten sich die Preissteigerungen (durchschnittlich +7,1 Prozent; davon flüssige Brennstoffe +23 Prozent, Gas +10 Prozent, Fernwärme +6 Prozent). Die Instandhaltung von Wohnungen war laut Statistik Austria im November um 2,9 Prozent teurer als vor einem Jahr.
Trotz der Preisrückgänge gegenüber dem Vormonat waren Normal- und Superbenzin um je 9 Prozent und Dieseltreibstoff um 11 Prozent teurer als vor einem Jahr.
Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es neuerlich in den Hauptgruppen Nachrichtenübermittlung (durchschnittlich -11,1 Prozent; Telefonapparate -13,5 Prozent, Telefondienstleistungen -11,8 Prozent) und in geringerem Ausmaß bei Freizeit und Kultur (durchschnittlich -1,0 Prozent; darunter Datenverarbeitungsgeräte -18 Prozent, Fotogeräte und optische Geräte -12 Prozent, Bücher -7 Prozent und Pauschalreisen -2,9 Prozent).
Im Vergleich zum Vormonat Oktober waren im November geringfügige Preissteigerungen bei den Hauptgruppen Nahrungsmittel und Alkoholfreie Getränke (+0,4 Prozent) sowie bei Bekleidung und Schuhen (+0,7 Prozent) zu beobachten. Bei Obst (durchschnittlich +3 Prozent) und Gemüse (durchschnittlich +2 Prozent) gab es zum Teil starke Preissteigerungen (Erdbeeren +30 Prozent, Trauben +21 Prozent, Karfiol +35 Prozent, Fisolen +29 Prozent), die durch moderate Preissenkungen zum Teil ausgeglichen wurden (Kiwi -12 Prozent, Saisonobst -7 Prozent, Gurken -16 Prozent).
(apa)
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