Mittwoch, 14. Dezember 2005

Kann Schröder helfen? Gazprom will in Deutschland verstärkt Stadtwerke aufkaufen

  • "Wollen näher an die Verbraucher herankommen"

Der russische Gasmonopolist Gazprom will nach den Worten seines Deutschland-Chefs verstärkt Stadtwerke in Deutschland erwerben. Bestehende Beteiligungen sollten ausgebaut und weitere Unternehmen zugekauft werden, sagte Hans-Joachim Gornig dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). "Wir wollen nicht nur als Lieferant von Erdgas fungieren, sondern näher an die Verbraucher herankommen," zitiert die Zeitung den Geschäftsführer der Gazprom-Tochter ZGG.

Gazprom hat in Deutschland Anteile an der BASF-Tochter Wingas und dem Leipziger Versorger Verbundnetz Gas AG (VNG). Bereits am Vortag hatte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew in Berlin erklärt, das Unternehmen wolle in den nächsten fünf Jahren zu einem führenden globalen Energiekonzern werden. Dazu setze Gazprom auf Wachstum entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Gasquelle bis zum Endkunden.

Am Donnerstag will sich der Bundestag mit dem Plan von Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) befassen, Aufsichtsratsvorsitzender beim deutsch-russischen Gaspipeline-Konsortium zu werden. Zu dem Konsortium gehören Gazprom, BASF und E.ON. Zu Schröders Vergütung als AR-Chef sagte Gornig der Zeitung zufolge, dass in vergleichbaren Fällen rund 10.000 Euro (etwa 6500 Euro) gezahlt würden. Allerdings würde sich die russische Gasindustrie verstärkt an den Vergütungen weltweiter Wettbewerber orientieren, die deutlich höher liegen.

(apa)

14.12.2005 19:22