Dienstag, 13. Dezember 2005

Mit 1. Februar 2006: Johannes Ditz wird neuer Vorstandschef von Kovats' A-Tec!

  • Kovats wechselt an die Spitze des Aufsichtsrats
  • Ditz soll stark gewachsene Gruppe "konsolidieren

Ein personeller Überraschungscoup ist dem "Old Economy"-Investor Mirko Kovats gelungen: Der ehemalige VP-Politiker Johannes Ditz wird ab 1. Februar neuer Vorstandschef der A-Tec, die mit rund 10.000 Mitarbeitern heuer rund 1,1 Mrd. Euro Umsatz macht. Ditz soll das in den vergangenen Jahren stark gewachsene Konglomerat mit neuen, tragfähigen Strukturen versehen. Größere Zukäufe sollen im nächsten halben Jahr keine stattfinden, kündigte A-Tec-Hauptaktionär Mirko Kovats vor Journalisten an. Er wolle das Tagesgeschäft an einen "Profi" übergeben, um für strategische Aufgaben mehr Zeit zu haben.

Der bisherige A-Tec-Alleinvorstand wird neuer Chef des Aufsichtsrates, der bisherige A-Tec-Aufsichtsratschef Ronny Pecik bleibt als einfaches Mitglied im Kontrollgremium. Der dritte Partner, Christian Schmidt, bleibt im Aufsichtsrat der Holding.

Als erstes seiner Managementziele gab Ditz die "Integration und Konsolidierung" des im vergangenen Jahr stark gewachsenen Industriekonzerns an. Nach seiner letzten Tätigkeit bei der Restrukturierung der steirischen EStAG sei er froh, wieder für ein privates Unternehmen arbeiten zu können. Mittelfristig sei ein Börsegang des Unternehmens möglich, sollte dies von den Eigentümern gewünscht werden, sagte Ditz.

Sein Vertrag läuft auf drei Jahre. Ditz war früher Wirtschaftsminister und Staatssekretär und bekleidete Spitzenposten in der ÖIAG und beim steirischen Energieversorger EStAG.

Die A-Tec ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und wird dies durch bereits erfolgte Zukäufe auch 2006 tun. War 2004 noch ein Gruppenumsatz von 723 Mio. Euro erzielt worden, soll dieser Wert im nächsten Jahr auf 1,5 Mrd. Euro anstiegen, sagte Hauptaktionär Kovats. Heuer wird erstmals der Salzburger Maschinenbauer Emco voll konsolidiert. Große Zukäufe erfolgen von der französischen Alstom (Industriekessel-Geschäft, 400 Mio. Euro Umsatzvolumen) sowie in Singapur mit dem Einstieg beim Motorenbauer Lindeteves Jacoberg (200 Mio. Euro zusätzliches Umsatzvolumen). Christian Schmidt bezeichnete die Ditz bevorstehende Aufgabe der "Integration und Gestaltung" als "Mammutaufgabe".

Für das erste Halbjahr 2006 seien keine größeren Zukäufe geplant, wobei kleinere Zukäufe bei Gelegenheit nicht auszuschließen seien, erklärte Mehrheitsaktionär Kovats. Dividendenzahlungen der A-Tec an die Aktionäre seien für die Jahre 2005 und 2006 nicht vorgesehen. Damit könne die zuletzt eher geringe Eigenkapitalquote von zuletzt elf Prozent auf über 20 Prozent gesteigert werden. Die bisher schwache Eigenmittelausstattung war anlässlich der Auflage eines Unternehmensbonds in die öffentliche Kritik geraten.

Kovats wiederholte die bekannten Ergebnisziele seiner Gruppe: Für heuer ist für die 10.000-Mitarbeiter-Gruppe ein Umsatz von 1,1 Mrd. Euro geplant, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von zuletzt 25 Mio. Euro soll heuer um "40 bis 50 Prozent" steigen. Dies ergibt auf EGT-Basis eine rechnerische Umsatzrendite von knapp 3 Prozent. Der Umsatz der Gruppe soll 2006 auf 1,5 Mrd. Euro steigen.

Trotz der aktuellen Atempause beim Wachstum bekräftigte Kovats das Langfristziel, den Konzernumsatz bis 2010 zu verfünffachen. Die A-Tec gehört über Privatstiftungen Mirko Kovats selbst (50 Prozent und eine Aktie), Ronny Pecik (42,5 Prozent und eine Aktie) und Christian Schmidt (7,5 Prozent). Keine Stellungnahme wollten Kovats und Pecik zur Frage abgeben, ob die von ihm kontrollierte Schweizer Unaxis mit der A-Tec fusionieren könnte. Kovats lässt diese Variante derzeit durch Goldman Sachs prüfen. (apa)

13.12.2005 10:15