"Es ist eine Schande": Olympia-Fackellauf für Turin kämpft mit großen Hindernissen
- Demonstranten blockieren stundenlang den Lauf
- Protest richtet sich gegen Großsponsor Coca Cola
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Irgendwann haben die Olympia-Verantwortlichen aufgehört zu zählen, immer wieder stellten sich junge Leute den olympischen Fackelläufern in den Weg. Fast täglich gab es diese kleinen, hässlichen Zwischenfälle. "Es ist eine Schande", schimpften die Organisatoren. Ob Bologna, Modena oder Trient, weit über 30 Mal schafften es aufgebrachte Demonstranten, den Lauf für Stunden zu blockieren - aus Protest gegen den Großsponsor Coca Cola in Turin.
Auch wenn die Veranstalter jetzt - gut eine Woche vor der feierlichen Eröffnung - versuchen, das Bild zu korrigieren, es bleibt eine fader Nachgeschmack. Der Fackellauf sei ein Erfolg gewesen, meinten der Chef des Olympischen Organisationskomitees (TOROC), Valentino Castellani, und der Olympia-Manager von Coca Cola unisono. Sieben Millionen Menschen hätten den fast 10.000 Läufern auf ihrem bisherigen Weg durch Italien zugejubelt. Alles andere sei "eher eine Nebensache" - Proteste und Demonstrationen gehörten in einer Demokratie und in einer Medien-Gesellschaft nun mal dazu. "Wir müssen das Fest des Fackellaufs aufwerten", forderte Castellani. Die Olympische Flamme sei ein "Symbol des Friedens".
Doch sie hat Schaden genommen auf dem Weg durch Italien. Noch niemals in der Geschichte Olympischer Spiele ist das Symbol derart bekämpft worden. Die zumeist jungen Leute, die sich den Läufern in den Weg stellen, werfen dem US-Getränkehersteller vor, in seinen Produktionsstätten in der Dritten Welt Menschenrechte zu verletzten.
Vor ein paar Tagen gelang es ihnen in Trient sogar, der Läuferin die Fackel zu entreißen. "Ein trauriges olympisches Novum", schrieb sogar die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Vier junge Leute wurden kurz darauf festgenommen. "Vier frustrierte Idioten", war der Kommentar des Olympia-Beauftragten der italienischen Regierung, Mario Pescante. Jetzt richtet sich der Blick auf die Eröffnungsfeier am 10. Februar: Pescante sagte unlängst, jetzt müsse man sich Sorgen machen, ob es auch dann im Umfeld Randale geben könnte. (apa/red)
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