Dienstag, 13. Dezember 2005

Das Bundesliga-Jahr 2005: Rapid feiert die Meisterschaft und Champions League-Einzug!

  • Trainerwechsel und Polster-Rausschmiss bei Austria!
  • Bregenz steigt sportlich ab und zerbröselt finanziell!
    Mateschitz: Aus der Salzburger Austria wird Red Bull

Ein turbulentes Fußball-Jahr liegt hinter der österreichischen Bundesliga. Der Meisterteller erstrahlte in grün-weiß, für Erzrivalen Austria blieb in einem Jahr des Umbruchs der Cuptitel und Erfolge im UEFA-Cup als Trostpflaster. Eine andere Austria, nämlich die Salzburger, existiert nach dem Einstieg von Red Bull nicht mehr. Für Bregenz kam nach dem sportlichen Abstieg das finanzielle Aus.

Der Meistertitel kehrte im Jahr 2005 nach Hütteldorf zurück. Meistermacher Josef Hickersberger entfachte unter den Grün-Weißen eine Euphorie, die im 31. Titel der Geschichte gipelte. Angeführt von Steffen Hofmann und Andreas Ivanschitz marschierten die Hütteldorfer als konstanteste aber auch torhungrigste Mannschaft an die Spitze der Liga.

Damit nicht genug gelang dem SCR auch noch der Einzug in die Champions League. Das Wunder von Moskau gegen LOK mit dem 1:0-Erfolg (Tor: Valachovic) bescherte dem österreichischen Rekordmeister die zweite Teilnahme an der Königsklasse des europäischen Fußballs. Dort fehlte gegen Bayern München und den FC Brügge erst das Glück. In der zweiten Phase sah dann auch "Hicke" die "fehlende Klasse" seines Teams, das von zahlreichen Verletzungen (Katzer, Markus Hiden, Martin Hiden, Stefan Kulovits, Thomas Burgstaller) im Jahr 2005 geplagt wurde.

Ebenfalls gequält wurde Rapid vom Theater um den neuen österreichischen Teamchef. Nach langem Hin und Her nahm Pepi Hickersberger das ÖFB-Angebot an. Pünktlich zum Jahreswechsel kommt Ex-Pasching-Coach Georg Zellhofer auf die grün-weiße Kommandobrücke. Als weiteres Hick-Hack eines Rapidlers mit dem ÖFB entwickelte sich die "Causa Hofmann". Noch immer ist unklar ob der gebürtige Deutsche jemals für das Nationalteam wird auflaufen können - Tendenz negativ.

Austria: Stronach feuerte Polster und ging selbst
Beim Erzrivalen Austria dürfen sich die Fans über ein ereignisloses Jahr ebenfalls nicht beklagen. Nach dem Einzug ins UEFA-Cup-Viertelfinale kam das Aus für das Trainerduo Günter Kronsteiner / Lars Söndergaard. Mit Peter Stöger und Frenkie Schinkels nahmen zwei Ex-Violette auf der Trainerbank Platz. Die beiden verpassten die Gruppenphase des europäischen Bewerbs, stehen aber aktuell an der Tabellenspitze.

Austria-Ikone Toni Polster wurde von Frank Stronach erst als "mächtigster General Manager der Vereinsgeschichte" ein- und nach einem halben Jahr wieder vor die Tür gesetzt. Der Geläuterte ("Ich bin enttäuscht, doch mir ist nichts anderes übrig geblieben") prozessiert nun gegen seine ehemalige sportliche Heimat. Im November war dann auch für Frank Stronach selbst Schluss mit lustig. Der Magna-Gründer nahm nach einem Misstrauensantrag einiger Mitglieder seinen Hut, muss aber vertraglich noch bis zum Sommer 2007 bleiben. Bei der Austria läuft nun die Suche nach neuen Leuten die "Geld reingeben".

Nicht nur die Erfolge des Jahres 2005, sondern auch die Skandale 2005 gehören Austria und Rapid. Erst tat sich Austria-Keeper Joey Didulica im Cup-Finale gegen Rapid als Kung Fu-Kämpfer gegen Axel Lawaree hervor. Die Rapid-Fans antworteten im Herbst mit Raketenhagel und letztklassigen Spruchbändern im Horr-Stadion.

Salzburg im Geldregen - Bregenz geht unter
Die Wiener Austria ist seit dem Sommer 2005 der einzige Klub, der seine Heimat noch im Namen trägt. In Salzburg füllte Getränkehersteller Red Bull die Lücke im Vereinsemblem. Dietrich Mateschitz holte Franz Beckenbauer als Berater und Kurt Jara als Trainer. Dieser durfte sich bei den Spielerverpflichtungen so richtig austoben. Unter anderem wurden die Ex-Bayern Linke und Zickler geholt, dazu österreichische Elitekicker wie Schopp, Kirchler, Jezek und Aufhauser. Nach einem Katastrophen-Start mit Platz neun als Tiefpunkt bekam Jara seine Truppe in den Griff und überwintert an der zweiten Stelle der Bundesliga.

Ums liebe Geld ging es auch Ende der Saison 2004/05 in Bregenz. Dem sportlichen Abstieg in die Red Zac Erste Liga folgte der finanzielle Absturz. Dem noch nicht genug wurde Schwarz-Weiß auch mit dem deutschen Wettskandal um Schiedsrichter Robert Hoyzer in Verbindung gebracht. Aufsteiger Ried gelang trotz Verletzungssorgen unter Trainer Heinz Hochhauser eine Renaissance in der Bundesliga. Die Mischung aus alt (Drechsel und Seo) und jung (Schicker) passt.

Ära Zellhofer endet - Admira bleibt sich treu
In Pasching brach gegen Jahresende endgültig ein neues Zeitalter an. Präsident Franz Grad musste nach 13 gemeinsamen Jahren seinen Coach Georg Zellhofer nach Hütteldorf ziehen lassen. Der Ex-Rapidler Andreas Heraf nahm in der Linzer Vorstadt die Herausforderung und seine ersten Job in der Bundesliga an.

Hannes Kartnig wollte Ende des Jahres 2005 nicht mehr Sturm-Präsident sein. Seinem designierter Nachfolger fehlte aber nach Bekanntwerden der finanziellen Situation der Antrieb um das schwere Amt anzutreten. Trauer herrschte beim GAK im Juli. Manager Hannes Weninger verlor den Kampf gegen den Krebs und Trainer Walter Schachner damit einen langjährigen Freund.

In der Südtstadt sprach Präsdident Hans-Werner Weiss im Juni noch vom "Ende der Bedeutungslosigkeit". Mit dem Einsteig des Iraners Majid Pishyar und seiner "32Group" schienen neue Zeiten anzubrechen. Klingende Namen (Mandl, Wallner, Wagner, Flögel,...) wurden verpflichtet. Am Ende des Jahres bot sich den Fans mit dem letzten Tabellenplatz ein gewohntes Bild aus vergangenen Jahren.

(red)

13.12.2005 11:25