Montag, 12. Dezember 2005

Neuerliche Personalrochade bei Austria: Schinkels Trainer, Stöger wird Sportchef

  • Wiener zogen Option auf Goalie Didulica bis 2007
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Austria Magna hat sich am Wochenende in einer Klausur neue Strukturen verpasst und auf dem Spieler-Sektor einige Weichen gestellt. Peter Stöger konzentriert sich demnach künftig auf seine Agenden als Sportdirektor, Frenkie Schinkels gibt den alleinigen Trainer, der Verein zog zeitgerecht die Optionen für Torhüter Joey Didulica und Tosin Dosumnu und stattete Florian Metz und Andreas Ulmer mit neuen Profi-Verträgen aus.

Das waren die wichtigsten Entscheidungen, die Klubmanager Markus Kraetschmer und Sportchef Stöger am Montag auf einer Pressekonferenz in Wien bekannt gaben, und die vorher noch mit Frank Stronach, der am Montag nach Kanada abflog, abgestimmt worden waren. "Wir können und sollen den eingeschlagen Weg, unsere Philosophie fortsetzen", sagte Kraetschmer über das Gespräch mit dem Milliardär, dessen Magna-Konzern sich per 30. Juni 2007 als Austria-Sponsor zurückzieht.

Stöger mit administrative und koordinative Aufgaben
Stöger zieht sich demnach ab sofort von der täglichen Trainingsarbeit zurück, übernimmt mehr administrative und koordinative Aufgaben. "Er wird die Philosophie umsetzen und kontrollieren. Mit dieser Struktur sind die besten Möglichkeiten geschaffen, um junge Spieler von der Stronach-Akademie über die Amateure der Red-Zac-Liga in die Kampfmannschaft zu integrieren", meinte Kraetschmer über die internen Veränderungen.

Der 34-Jährige ist für den wirtschaftlichen, Stöger für den sportlichen Teil quasi als Vorstand zuständig. Gemeinsam werden sie die operativen Geschäfte des violetten Unternehmens führen. Für die Aufstellung und die Taktik wird ab jetzt nur noch Schinkels zuständig sein. "Wenn ich nicht mehr jeden Tag beim Training dabei bin, traue ich mir auch gar nicht zu, die Elf zu nominieren. Außerdem kann ich nicht alle drei Sachen mit nur je 30 Prozent erledigen", erklärt Stöger.

Didulica-Verlängerung als Signal
Dass der 29-jährige Kroate Didulica, der sich in schwierigen Austria-Zeiten als Leader und Winner-Typ hervorgetan habe, bis 2007 bei Austria bleibt, soll auch für die anderen Spieler ein Signal sein. "Wenn die Leistung zu 100 Prozent und der Charakter stimmen, sind wir auch bereit, Top-Verdiener weiterzuverpflichten", sagt Stöger, der auch die Option für den an Germinal Beerschot verliehenen Stürmer Tosin Dosumnu gezogen hat.

Der 25-jährige Nigerianer ist damit ebenfalls bis 2007 an Austria gebunden, die Belgier haben auf Dosumnu aber auch eine Kaufoption. Stichwort Optionen. Solche (Stichtag 30. April) besitzen vom aktuellen Austria-Kader noch Antonsson, Sionko, Rushfeldt und Dospel, die Verträge von Dheedene, Troyansky, Janocko und Linz laufen zum Saisonende aus. "Diese Acht müssen im Frühjahr zeigen, dass sie hier bleiben wollen und alles für den Verein geben", so der Sportchef, der hinzufügt: "Wenn einer nicht zufrieden ist, muss er zu uns kommen und das sagen."

Stronach-Ausstieg: Austria muss keine Notverkäufe tätigen
Die Austria sei nicht gezwungen, trotz der angespannten Lage nach dem angekündigten Stronach-Abschied Notverkäufe zu tätigen oder auf dem Transfermarkt untätig zu sein. So sieht sich Stöger um einen Stürmer um und sucht das Gespräch mit Ried-Verteidiger Schicker, dessen Option im Sommer fällig wird. Klappt das mit dem Angreifer nicht, hätte der 39-Jährige auch kein Problem mit dem derzeitigen Kader im Frühjahr das Auslangen im Titel- und Cup-Kampf zu finden.

Alle anderen, vom aktuellen Kader nicht genannten Akteure haben über Sommer 2007 hinaus gültige Kontrakte. "Mit welchem Budget wir nach dem Stronach-Ausstieg per 30.6.2007 planen können, ist noch offen und derzeit noch nicht zu beantworten", sagt Kraetschmer. Der Haushaltsplan für 2006/07 steht spätestens bis 15. März, wenn der Bundesliga die Lizenzierungsunterlagen übergeben werden müssen. Derzeit betrage das Budget 25 bis 26 Mio. Euro, es müsse aber mittelfristig "runtergefahren" werden.

Die Spieler-Gehälter, wie sie vorige Woche von einem Medium veröffentlich worden sind, verwies Kraetschmer ins Land der Spekulation, keine einzige Summer stimme. In Zukunft gibt es freilich nur noch leistungsbezogene Verträge. "Darin sind 14 Monatsgehälter, Punkteprämien und Bonuszahlungen für Titel, Cup oder Europacup festgeschrieben. Es gibt bei uns kein Handgeld und auch keine so genannten Nebengeräusche", stellt Kraetschmer für die violette Zukunft dezitiert fest.
(apa/red)

12.12.2005 13:48