FIS feiert 40 Jahre Weltcup in Gröden und Alta Badia: Rund 2.500 Rennen in 22 Ländern
- Geburtsstunde im Sommer 1966 in den Anden
- Jubiläumsfeier am Freitag in Gröden am Programm!
Der Internationale Skiverband FIS feiert in Gröden und Alta Badia 40 Jahre alpiner Ski-Weltcup. Anlässlich des Jubiläums sind alle Gesamt-Weltcup-Sieger (Damen und Herren) ins Grödnertal eingeladen worden, dort steht als Höhepunkt der Feierlichkeiten die "Champions Celebration" auf dem Programm. Ihr Kommen angekündigt haben u.a. Karl Schranz, Gustav Thöni, Paul Accola, Hanni und Andreas Wenzel, Pernilla Wiberg oder Michela Figini.
Die Idee des Weltcups ist im Sommer 1966 in den chilenischen Anden geboren worden, während der Sommer-WM heckten der französische "L'Equipe"-Journalist Serge Lang, die beiden Teamchefs Honore Bonnet (Frankreich) und Bob Beattie (USA) sowie später auch der ÖSV-Sportwart Sepp Sulzberger ihren Plan aus - von der so genannten "Viererbande" lebt heute nur noch Beattie. Als der Entwurf stand, wurde FIS-Präsident Marc Hodler eingeweiht. Der damals oberste Ski-Chef reagierte rasch und verkündete noch im August 1966: "Meine Herren, wir haben einen Weltcup."
Gefeiert wird also 2005/2006 eigentlich nicht das erste Rennen, sondern die "Geburt" des Weltcups sowie die 40. Saison des "Weißen Zirkus". Kurios waren die Anfänge. Denn der erste Weltcup-Organisator Berchtesgaden wusste nicht einmal, dass er ein Weltcup-Rennen veranstaltete. Es war vergessen worden, die Deutschen darüber zu informieren. Dennoch wurde am 5. Jänner 1967 ein Slalom gefahren und der Österreicher Heini Messner schrieb sich als erster Sieger in die Geschichtsbücher ein.
Die ersten Gesamt-Weltcup-Siege gingen an die Kanadierin Nancy Greene und den Franzosen Jean-Claude Killy. "Der Weltcup ist für mich wichtiger als Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele", sprach Killy damals ähnliche Worte wie so mancher Athlet heute. Nach dem Ende der Premierensaison erhielt der Weltcup beim FIS-Kongress in Beirut im Juni 1967 den offiziellen Segen des Weltverbandes.
Am Modus des Weltcups wird seit der Geburtsstunde gefeilt. "Den idealen Modus werden wir nie finden", prophezeite Mitbegründer Bonnet in weiser Voraussicht. Zunächst zählten nur die drei besten Resultate pro Disziplin für die Gesamtwertung, dann gab es halbe Punkte, Streichresultate, Verdoppelungen etc.. Dennoch wuchs der Weltcup und mit ihm der gesamte Skisport. Im Laufe der Jahre kamen zu den klassischen Disziplinen zwei neue hinzu: Anfang der 80er-Jahre wurde der Super G "erfunden", seit der Saison 2004/2005 gibt es die Super-Kombi.
1973 stattete der Weltcup Japan erstmals einen Besuch ab, 1985 kehrte der Weltcup in die Anden (ins argentinische Las Lenas) an seinen Ursprung zurück. 1989 (Australien) und 1990 (Neuseeland) war erstmals auch "Down Under" Schauplatz von Weltcuprennen. In vier Jahrzehnten haben 168 Stationen aus 22 Ländern in vier Kontinenten rund 2.500 Rennen veranstaltet.
Die Chronik der Gesamtsieger umfasst mit Karl Schranz, Hermann Maier und Stephan Eberharter drei Österreicher und mit Gertrud Gabl, Annemarie Moser-Pröll, Petra Kronberger, Anita Wachter, Alexandra Meißnitzer, Renate Götschl und Michaela Dorfmeister sieben Österreicherinnen.
(apa)
