Dienstag, 13. Dezember 2005

Benjamin Raich schüttelt über Bode Miller den Kopf: 'Nehme ihn nicht mehr ganz ernst'

  • US-Boy mit bedenklichen Aussagen über Maier
  • "Benni" schaut nicht auf den Gesamt-Weltcup

Bode Miller und seine Sprüche sind im heurigen Weltcup-Zirkus Garant für Zündstoff. Ursprung des jüngsten Wirbels ist eine angebliche Miller-Aussage über Hermann Maier in einem Interview mit einem französischen TV-Sender: "Maier ist ethisch nicht ganz einwandfrei." Angesichts solcher Wortspenden kann Benjamin Raich, am Montag Zweiter im Flutlicht-Slalom von Madonna di Campiglio, nur noch den Kopf schütteln: "Ich nehme ihn nicht mehr ganz ernst."

Auch wenn Raich nicht ausschließt, dass viele Aussagen verändert oder verfälscht werden, wundert sich der Tiroler über so manchen Verbalerguss Millers: "Ich habe noch keine solche Aussage von ihm persönlich gehört. Vielleicht ist das auch besser. Ich respektiere Miller als Skifahrer. Aber wenn solche Aussagen getroffen werden und wenn stimmt, was geredet wird, dann weiß ich nicht, was in seinem Kopf vorgeht."

Als der "Stunk" nach seinem Interview aufzuziehen drohte, suchte Miller von sich aus das Gespräch mit Maier und meinte, dass er falsch interpretiert worden sei. Doch Raich merkte an: "Was für ein Problem hat er mit Maier? Maier ist so ein toller Skifahrer. So wie er diesen Sport ausübt, muss man ihn respektieren. Und Miller hat zwar viel erreicht, aber so viel wie Maier noch lange nicht."

Angesprochen auf sein persönliches Verhältnis zum US-Boy meinte der Pitztaler: "Ich weiß nicht, ob man das überhaupt Verhältnis nennen kann. Wir fahren gegeneinander Ski und haben ab und zu Small Talk." War Raich schon einmal mit Miller ein Bier trinken? "Nein, nicht das ich wüsste. Aber ich hätte kein Problem damit."

"Wer führt im Gesamt-Weltcup?"
Auf den Stand im Gesamtweltcup hat Raich laut eigenen Angaben in dieser Saison noch kein einziges Mal geblickt. "Wer führt denn?", fragte Raich in die Journalistenrunde und ergänzte: "Ständig auf die Weltcup-Wertung zu schauen hilft ja nichts. Man muss seine Form finden, alles rausholen, alles abrufen und so viele Punkte wie möglich sammeln." In Führung liegt übrigens nach zehn Bewerben Miller (378 Punkte), dicht gefolgt von Aksel Lund Svindal (367) und Michael Walchhofer (318). Raich ist mit 284 Punkten derzeit Sechster.

Nach dem Monsterprogramm der vergangenen Wochen gönnt sich Raich nun eine kleine Auszeit, die Abfahrtstrainings und die Abfahrt in Gröden lässt der 27-Jährige aus: "Auch wenn man es nicht glaubt, aber in der Abfahrt habe ich in diesem Winter noch einiges vor. Ich war immer stark unterwegs, habe es aber leider nie ins Ziel gebracht. Da könnte in dieser Saison noch etwas kommen von mir." Ende Dezember in Bormio wird Raich deshalb sicher mit von der Partie sein.

(apa/red)

13.12.2005 13:17