Montag, 12. Dezember 2005

Lobeshymnen auf 19-jährige Kathrin Zettel von Sykora: "Kenne bei ihr keine Grenzen!"

  • Kostelic "zittert": "Zettel ist gefährlicher als Pärson"

Kathrin Zettel ist mit 19 Jahren das Küken im ÖSV-Weltcupteam. Mit ihren beiden dritten Plätzen von Aspen hat es die Niederösterreicherin erstmals im Weltcup aufs Podest geschafft und wurde danach mit Lobeshymnen überhäuft. Der zweimalige Slalom-Weltcupsieger Thomas Sykora, einer der "Macher" von Zettel, sagte: "Für mich ist das keine Überraschung. Ich weiß, was sie kann. Sie arbeitet nur für das Skifahren und will nichts anderes als gewinnen. Jetzt erntet sie die Früchte."

Zettel hatte fünf Jahre lang abseits aller Verbandsstrukturen mit Sykora und dessen Vater Ernst auf dem Hochkar trainiert und dort mit deren finanzieller und trainerischer Unterstützung die Basis für ihre moderne Skitechnik gelegt. Im März 2004 hatte sie als 17-jährige Junioren-Weltmeisterin im Slalom beim Weltcupfinale in Sestriere (Platz 18) debütiert, im Vorjahr war sie als 18-jährige WM-Debütantin in Santa Caterina auf Anhieb Vierte im Slalom und Sechste in der Kombination geworden.

Zettel mit 61 Kilo "zarte" Rennläuferinnen
Letzteres beweist, dass die mit 61 Kilo zu den eher "zarten" Rennläuferinnen gehörende Köchin aus Göstling auch in den schnellen Disziplinen Potenzial hat. "Ich kenne keine Grenzen bei ihr", so Sykora. "Sie hat keine Angst vor schnellen Disziplinen. Wenn sie gleiten auch noch lernt, ist sie wahrscheinlich die Läuferin im ÖSV, die am ehesten auf den Gesamtweltcup losgehen kann", hielt der einstige Mentor mit seinem Stolz nicht zurück. "Ich habe ihr immer gesagt, werde kein Sykora, der nur Slalom fährt. Sondern fahr alle Disziplinen."

Vorschuss-Lorbeeren kamen auch von Janica Kostelic. Die dreifache Olympiasiegerin nickte in Aspen anerkennend in Richtung der jungen Österreicherin. "Sie ist eine ganz ausgezeichnete Skifahrerin. Wäre der zweite Slalom-Durchgang nicht so leicht gewesen, wäre Kathrin als technisch gute Fahrerin gefährlicher geworden als Anja Pärson!"

Zettel kann Erfolg noch nicht fassen
Zettel selbst war fast fassungslos. "Ein Wahnsinn. Ich werde Zeit brauchen, bis ich das realisiert habe. Das war das geilste Wochenende meiner Karriere, ein echter Überhammer", sprudelte es nach dem Slalom aus der Niederösterreicherin nur so heraus.

Geschlagen nur von Anja Pärson und Janica Kostelic, den beiden besten Rennläuferinnen der Gegenwart. Das konnte sich sehen lassen. "An diesen beiden muss man sich messen", so Zettel. Ob selbst Pärson und Kostelic für sie schon zu schlagen sind? "Vorhaben tu ich's auf jeden Fall", so Zettel, die am Ende dieses Wochenendes aber doch nur einen Hauptgedanken hatte. "Jetzt freu ich mich nur noch auf daheim!"
(apa/red)

12.12.2005 10:40