Montag, 12. Dezember 2005

ÖSV-Damen mit USA-Rennen voll zufrieden: 10 Podestplätze für Ladys aus sechs Rennen!

  • Dreifachsieg im Super G, Weltcupführung für "Dorfi"
  • Zettel & "Fischi" immer stärker werdende Youngsters

Zehn Podestplätze, ein Dreifachsieg im Super G von Lake Louise, mit Kathrin Zettel und Andrea Fischbacher zwei immer stärker werdende Youngsters und letztlich die Weltcupführung für Michaela Dorfmeister - Mit dieser starken Bilanz der sechs Nordamerika-Rennen kommt das ÖSV-Damenteam zurück nach Europa, wo es diese Woche in Val d'Isere mit Abfahrt und Super G weitergeht. "Damit können wir wirklich sehr zufrieden sein", stieg auch Damenchef Herbert Mandl in Denver beeindruckt ins Flugzeug.

Auffallen beim Start in die Olympia-Saison war vor allem, dass sich die ÖSV-Lücke in den Speedbewerben zu schließen beginnt und vor allem die ganz jungen Mädchen immer heftiger anklopfen. "Es ist sehr erfreulich, dass die Jungen in Abfahrt und Super G aufgeschlossen haben und neben unseren Topleuten bestehen können. Wir werden mannschaftlich immer dichter", sagte Mandl und lobte: "Die Jungen kommen stärker und stärker. Sie haben konsequent weitergearbeitet und bringen jetzt die Trainingsleistung auch im Rennen."

Dorfmeister in fünf Rennen viermal am Podest
Allerdings, die ganz großen Akzente setzten schon noch die Routiniers. Meissnitzer mit ihrem Super-G-Sieg in Lake Louise etwa, vor allem aber Michaela Dorfmeister, die in fünf Rennen am Start war, dabei vier Mal auf das Podest fuhr und mit 325 Zählern die "Punktekönigin" der heurigen Tournee in Kanada und den USA war. Die 32-Jährige, die nach diesem Winter zurücktritt, fährt locker und sicher wie noch nie. "Dass sie nach diesem Amerika-Trip im Weltcup führt, hätte ich mir nicht träumen lassen. Das ist eine sehr schöne Sache", sagte Mandl.

Schild enttäuscht
Für einige läuft es bisher aber noch gar nicht rund. Marlies Schild hat nach dem tollen achten Platz im Super G von Lake Louise kein weiteres Top-20-Ergebnis geschafft und musste in den technischen Bewerben von Aspen sogar einen Doppelausfall hinnehmen. Weit unter ihren Möglichkeiten blieb auch Renate Götschl. Ein fünfter Abfahrts-Platz in Lake Louise war das einzig akzeptable Ergebnis der Speed-Queen, die an den Folgen ihrer schweren Trainingsstürze leidet und zudem massive Materialprobleme hat.

"Bei Renate war es vorauszusehen, dass sie nach den schweren Stürzen noch nicht ganz vorne mitfahren kann", so Mandl. "Renate muss auf dem aufbauen, was sie in Ansätzen gezeigt hat. Ich bin überzeugt, sie fährt in Val d'Isere schon wieder vorne mit."

Götschl in Trainer-Kritik
Götschl war auch in andere Hinsicht für die wenigen negativen Momente der vergangenen Wochen zuständig gewesen. Sie hatte mangelndes Vertrauen der Trainer geortet. Eine Kritik, die Mandl genauso wenig verstand wie jene von Brigitte Obermoser, die sich im Super G überhaupt bereits ausgebotet fühlt und den Trainern zudem demoralisierendes Verhalten vorgeworfen hatte.

"Das ist wirklich ärgerlich. Das Trainerteam bemüht sich und liefert gute Arbeit", konnte Mandl nur mit dem Kopf schütteln. "Es ist nicht ganz verständlich, anderen die Schuld zuzuweisen, statt bei sich selbst die Hebel anzusetzen, wenn es gerade nicht so läuft." Zumindest für Obermoser könnte es nun sogar Konsequenzen geben. Mandl: "Die Kritik war sehr heftig. Ich werde das mit Alpindirektor Hans Pum besprechen. Natürlich muss man schauen ob es Konsequenzen gibt. Denn es ist völlig ungerechtfertigt, dass man das Trainerteam so unter Kritik nimmt."
(apa/red)

12.12.2005 10:27