Skandal-Schiri Hoyzer sagte zu SW Bregenz
aus: Keine neuen Erkenntnisse im Fall!
- Zeitung "Neue" wegen übler Nachrede verurteilt
Ex-Fußballschiedsrichter Robert Hoyzer hat am Landesgericht Feldkirch zu einer möglichen Verwicklung des ehemaligen österreichischen T-Mobile-Bundesligisten SW Bregenz ausgesagt. Grundlegend neue Erkenntnisse brachte seine Einvernahme aber nicht. Die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" ("Neue") sowie zwei ihrer Redakteure wurden wegen übler Nachrede verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Hoyzer nannte Filip Sapina als jenen der drei Sapina-Brüder, "der ausnahmslos den Kontakt nach Österreich gehabt hat". Konkret könne er sich an zwei Situationen erinnern, in denen es um SW Bregenz gegangen sei. Einmal habe ein Torhüter von SW Bregenz Filip Sapina kontaktiert und ihn gefragt, ob man nicht wieder einmal ein Spiel manipulieren könne. Bei diesem Telefonat sei er neben Filip Sapina im Auto gesessen. Ein zweites Mal habe sich Filip Sapina furchtbar über das Verhalten eines SW Bregenz-Verteidigers geärgert, sagte der ehemalige Schiedsrichter.
Namen von in Manipulationen verwickelten Spielern konnte Hoyzer aber nicht angeben. Ebenso wenig wusste er, ob auf Spiele von SW Bregenz gewettet wurde. Dass er in einem "Neue"-Interview gesagt hatte, SW Bregenz habe "im Zusammenhang mit Wettmanipulationen einen großen Stellenwert" gehabt, begründete Hoyzer damit, dass SW Bregenz "der einzige ausländische Verein ist, der mir bekannt ist". Ob auch andere österreichische Vereine in den Wettskandal involviert waren, konnte Hoyzer nicht sagen.
Die Einvernahme Hoyzers am Landesgericht Feldkirch erfolgte im Zuge eines Medienprozesses. Die "Neue" hat im Februar 2005 im Zusammenhang mit dem deutschen Fußball-Wettskandal die Namen der drei SW Bregenz-Spieler Almir Tolja, Dejan Grabic und Asmir Ikanovic genannt. In dem Artikel wurde der Verdacht geäußert, die drei Spieler hätten 60.000 Euro für Spielmanipulationen kassiert.
Während Spieler-Anwalt Nicolas Stieger in Bezug auf den "Neue"-Artikel von einer "medialen Hinrichtung" sprach, verwies "Neue"-Rechtsanwalt Martin Mennel darauf, dass man den Bericht in seinem Gesamtzusammenhang sehen müsse. Er betonte, dass die Kriminalabteilung einen intensiven Kontakt zwischen Filip Sapina und Torhüter Tolja habe nachweisen können. Tolja habe erwiesenermaßen gelogen.
Die Verhandlung endete schließlich mit einer Verurteilung der "Neue" sowie zwei ihrer Redakteure wegen übler Nachrede. Richter Norbert Melter räumte zwar ein, dass es im Falle von Tolja Verdachtsmomente gebe. Dennoch habe die "Neue" den Wahrheitsbeweis nicht antreten können. Dieser wäre nur bei einem Schuldspruch von Tolja erbracht. Die journalistische Sorgfaltspflicht sei verletzt worden. Den drei ehemaligen SW-Spielern wurden jeweils 20.000 Euro Entschädigung zugesprochen, die beiden Zeitungsredakteure zu bedingten Geldstrafen in Höhe von rund 3.700 bzw. 5.000 Euro verurteilt. Da "Neue"-Vertreter Mennel umgehend Berufung einlegte, ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. (apa/red)
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