Freitag, 16. Dezember 2005

Vier tote Säuglinge in Haus entdeckt: Babys
in Gefriertruhe und einzementiert in Kübel

  • Untermieter entdeckte die Kinder im Eisschrank
  • Mutter bestreitet, ihre vier Kinder getötet zu haben

Vier Leichen von Neugeborenen sind Anfang Juni in einem Zweiparteienhaus in Graz entdeckt worden. Unter Tatverdacht wurde die 32-jährige Mutter verhaftet, ihr Lebensgefährte wurde ebenfalls festgenommen. Die toten Säuglinge waren nach einander in einer Gefriertruhe bzw. in Kübeln einzementiert unter Gerümpel gefunden worden.

Die mutmaßliche Kindsmörderin leugnet die Tötung, ein Gutachten belastet die Frau allerdings schwer. Sie gab nur zu, die Babys in den vergangenen Jahren geboren zu haben. Ihr Lebensgefährte, der von den Schwangerschaften nichts gewusst haben will, wurde ebenfalls wegen Mordverdachts verhaftet.

Der Untermieter entdeckte in dem Haus am nordwestlichen Stadtrand von Graz in der Thalstraße den grausigen Fund. Er wollte für seine Kinder Speiseeis aus der Gemeinschaftstiefkühltruhe im Keller nehmen und stieß dabei auf einen Plastiksack, in dem sich eine Babyleiche befand. Der Mann verständigte die Polizei. Eine sofortige Obduktion war nicht möglich, da am gerichtsmedizinischen Institut zunächst ein langsamer Auftauvorgang eingeleitet werden musste. Als die Gefriertruhe dann im Gerichtsmedizinischen Institut untersucht wurde, stieß man unter diversem Gefriergut auf eine weitere Babyleiche. Die Obduktion und DNA-Untersuchung der Babys ergab schließlich, dass es sich bei der mutmaßlichen Täterin um die leibliche Mutter handelt.

Mann verheiratet und Vater dreier Kinder
Die Kriminalisten vernahmen eine 32-jährige Hausbewohnerin, die mit ihrem 38-jährigen Lebensgefährten seit 2000 in dem Haus am Stadtrand lebt. Die beiden sind seit acht Jahren ein Paar, der Mann ist allerdings verheiratet und hat drei Kinder, lebt aber von seiner Ehefrau getrennt. Beide sind laut Polizei gut beleumundet, werden von der Umgebung als fleißig beschrieben und sind bisher in keiner Weise aufgefallen. Die Frau gab zu, in den vergangenen Jahren Kinder zur Welt gebracht zu haben - dass sie diese getötet hat, daran will sie sich nicht erinnern.

Im Zuge einer gezielten Suche mit Leichenspürhunden wurde in einer Werkstatt neben dem Haus eine weitere Leiche, die in einen Malerkübel einbetoniert war, gefunden. Da der Tod schon vor etwa zwei Jahren eingetreten war, konnte die Todesursache nicht mehr eruiert werden. Auch die vierte Babyleiche war unter ähnlichen Umständen wie die Dritte in einem Nebengebäude gefunden.
(apa)

16.12.2005 15:24