Dienstag, 13. Dezember 2005

Hochwasser sucht Österreich heim: Im Juli und August versank das Land in den Fluten

  • Westösterreich und die Steiermark stark betroffen
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Zweimal wurde Österreich 2005 von Hochwassern heimgesucht. Im Juli und im August traten nach heftigen Unwettern Flüsse über die Ufer und wälzten sich durch zahlreiche Ortschaften und Landstriche. Zunächst kämpften im Juli zahlreiche Helfer gegen die Wassermassen im Land Salzburg an. Am ärgsten betroffen war der Pinzgau und hier die Marktgemeinde Mittersill, wo das Wasser am Marktplatz eineinhalb Meter stand und das Krankenhaus komplett evakuiert werden musste. Auch Nieder- und Oberösterreich wurden von den Wassermassen nicht verschont.

Bevölkerung, Urlauber, Asylanten, Feuerwehrmänner und Soldaten hatten in Mittersill gegen die Fluten angekämpft. Das Wasser drang in die Keller bzw. die Erdgeschosse ein. Rund 350 Häuser waren von der Außenwelt abgeschnitten. Mittersill glich einem "kleinen Venedig". Durch den Ortskern führten nur mehr Wasserstraßen und die Plätze haben sich zu Seen verwandelt.

Neben dem Pinzgau und dem Tennengau waren aber auch der Pongau - hier speziell das Gasteinertal - und Lungau von Überflutungen und Hochwasser betroffen. Brücken wurden weggerissen, Wiesen sowie Keller überflutet und Hänge gerieten ins Rutschen. Zahlreiche Sperren der Verkehrswege waren die Folge.

Zahlreiche Einsätze hat es auch im niederösterreichischen Mostviertel gegeben, wo rund 1.500 Feuerwehrleute im Einsatz waren. Allein in Amstetten mussten sie in einer Stunde 31 Mal ausrücken. In Oberösterreich waren insgesamt 300 Objekte vom Hochwasser betroffen.

Hochwasser-Alarm auch im August
Schwere Unwetter im Westen Österreichs haben im August mehrere Todesopfer gefordert. Nachdem im Tiroler Ötztal ein Arbeiter ums Leben kam, wurde in einer Kellerwohnung in Reuthe (Bezirk Bregenz) ein 52-jähriger Mann tot aufgefunden. Der Mann wurde offensichtlich in der Nacht zuvor von Geröllmassen und Schlamm überrascht und tödlich verletzt.

Von den schweren Unwettern waren vor allem Gebiete in Vorarlberg und Tirol betroffen. Einige Gemeinden waren tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Hochwasser hat Schäden in Millionenhöhe verursacht: Besonders stark betroffen waren das Außerfern und der Bezirk Landeck.

Im Paznauntal, das 1999 Schauplatz der Lawinenkatastrophe von Galtür war, wurden 30 Prozent des Straßennetzes zerstört und praktisch alle Brücken über die Trisanna weggerissen. Auch im Salzburger Oberpinzgau, vor allem in der Gemeinde Mittersill, war die Situation verschärft.

(apa/red)

13.12.2005 12:33