Papst Benedikt XVI. neuer "Heiliger Vater": Ein deutscher Kardinal als Kirchenoberhaupt
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Tod und Leiden Johannes Paul II. prägten 2005
Der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger ist am 19. April 2005 zum neuen Papst gewählt worden. Der 78-Jährige gab sich den Namen Benedikt XVI. Er ist nach 480 Jahren der erste deutsche Pontifex. Kurz nach der Wahl wurde das neue Kirchenoberhaupt auf dem Petersplatz in Rom von mehr als 100.000 Menschen stürmisch gefeiert.
"Liebe Schwestern und Brüder, nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben mich die Herren Kardinäle als einfachen Arbeiter im Weinberg des Herrn zum Diener der Kirche gewählt", sagte Ratzinger auf dem Balkon des Petersdoms. Er bat die Gläubigen um ihr Gebet - "Ich vertraue mich euren Gebeten an" - und äußerte die Zuversicht, dass ihm die Heilige Maria zur Seite stehen werde. Danach spendete er den päpstlichen Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis).
Während es zu regnen begann, skandierten tausende Italiener in Abwandlung des Sprichwortes "Sposa bagnata - sposa fortunata" (Regennasse Braut, glückliche Braut) spontan den Slogan "Papa bagnato - Papa fortunato" (Regennasser Papst - glücklicher Papst). Dazwischen riss kurz der Wolkenvorhang auf und die Sonne überflutete den Petersplatz.
Die im Konklave versammelten 115 Kardinäle hatten sich für den Deutschen, der 1927 im bayerischen Marktl am Inn geboren wurde, vermutlich im vierten Wahlgang entschieden. Notwendig war eine Zweidrittelmehrheit, also mindestens 77 Stimmen. Die Entscheidung fiel nur 26 Stunden, nachdem die Papstwähler in die Sixtinische Kapelle eingezogen waren.
Weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle
Um zirka 17.50 Uhr stieg weißer Rauch aus dem Schornstein der Kapelle auf - die Entscheidung war gefallen. Zunächst schien unklar, ob es möglicherweise doch nur schwarzer Rauch gewesen sein könnte, denn die Farbe des Qualms war nicht eindeutig zu bestimmen. Als Minuten später die Kirchenglocken Roms läuteten, blieb aber kein Zweifel mehr. Tausende Menschen strömten im Laufschritt zum Petersplatz, in den Straßen ertönte ein Hupkonzert. Der Verkehr brach streckenweise zusammen.
Ratzinger hatte bis zuletzt als Favorit des Konklaves gegolten. Er ist der 265. Papst in der Kirchengeschichte und der achte Deutsche auf dem Stuhle Petri. Der Papst ist das Oberhaupt von weltweit über einer Milliarde Katholiken.
(apa/red)
