"Der Heilige Vater ist gestorben": Tod von Johannes Paul II sorgte für weltweite Trauer
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im Leben des Papstes
Er sagte 'Amen' und starb
einen Augenblick später
·Papst Benedikt XVI. neuer "Heiliger Vater"
Deutscher Kardinal zum Kirchenoberhaupt gewählt
Der lange Leidensweg von Johannes Paul II. ist am 2. April 2005 zu Ende gegangen. "Der Heilige Vater ist um 21.37 Uhr in seinem privaten Appartement gestorben", hieß es in einer kurzen Erklärung. Gemäß der Tradition läuteten überall in Rom die Glocken, um den Tod des Papstes zu verkünden. Zehntausende Menschen trauerten unter den Fenstern der päpstlichen Wohnung auf dem Petersplatz um das katholische Kirchenoberhaupt, Millionen Menschen rund um die Welt schlossen sich in ihrer Trauer an. Mit dem Tod des Papstes endete eine Ära. 26 Jahre hatte das Pontifikat von Johannes Paul II. gewährt.
Das schwer kranke Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche starb nach Tage langem Todeskampf in seinen Gemächern. In den Tagen zuvor hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert. Johannes Paul war einer der wichtigsten Päpste der Neuzeit. Seit seiner Wahl am 16. Oktober 1978 führte er die katholische Weltkirche - insgesamt 26 einhalb Jahre - nur zwei Päpste regierten in 2000 Jahren Christentum länger.
Johannes Paul II, der 264. Papst der Kirchengeschichte, war seit vielen Jahren schwer krank. Er litt an den der Parkinson-Krankheit und an den Folgen des Attentats im Jahr 1981. Er konnte nicht mehr gehen und saß zuletzt im Rollstuhl. Seine Aussprache wurde immer unklarer, oft war er kaum zu verstehen. Der Führer von weltweit einer Milliarde Katholiken konnte selbst kurze Predigten nicht mehr selbst halten. Nach einem Luftröhrenschnitt Ende Februar verschlechterte sich sein Zustand weiter. Zwei Mal binnen weniger Wochen musste er in die römische Gemelli-Klinik gebracht werden. Ostern konnte er den Segen Urbi et Orbi mit der Hand nur noch andeuten, aber nicht mehr selbst sprechen.
Johannes Paul prägte die Kirche wie kaum ein anderer Papst der Neuzeit. Historiker sind sich einig, dass Johannes Paul in den 80er Jahren zum Fall des Kommunismus beitrug. Der ehemalige Kardinal aus Krakau hielt seine Hand schützend über die demokratische Bewegung in seiner Heimat. Damit hinderte er Warschau an einer Niederschlagung der Bewegung.
Rom: Millionen Menschen nahmen Abschied vom Papst
Mit einem bewegenden Trauergottesdienst vor gut vier Millionen Menschen in Rom sowie vor Milliarden Fernsehzuschauern weltweit ist Papst Johannes Paul II. zur letzten Ruhe geleitet worden. Auch auf dem Petersplatz, der Piazza del Popolo, dem Circus Maximus und zahlreichen weiteren Plätzen in Rom verfolgten Gläubige, die in den vergangenen Tagen aus aller Welt angereist waren, das fast dreistündige Requiem für den Papst. Zelebriert wurde es von Kardinalsdekan und späterem Nachfolger Joseph Ratzinger, der den unermüdlichen Einsatz des Verstorbenen für die Verbreitung des Glaubens würdigte.
In der Menge auf dem Petersplatz wurde der Papst in Sprechchören immer wieder als "Santo" gefeiert, als Heiliger. Auch auf Transparenten war die Forderung nach einer sofortigen Heiligsprechung von Johannes Paul zu lesen: "Santo Subito!".
Einfaches Erdgrab für Johannes Paul II.
Nach der Totenmesse wurde der Sarg in den Petersdom gebracht. Unter den Beifallsstürmen der Pilger knieten zwölf schwarz gekleidete Träger - die Zahl der Apostel Jesu - vor dem Sarg auf dem Petersplatz nieder und schulterten ihn. Bevor sie die Schwelle zum Petersdom überschritten, drehten sie sich ein letztes Mal mit dem Sarg der jubelnden Menge zu. Viele Pilger brachen beim Läuten der Glocken des Domes in Tränen aus.
Der Papst wurde danach unterhalb der Kuppel des Petersdoms in der Krypta bestattet. Bei dieser letzten Zeremonie waren nur noch wenige hohe Würdenträger anwesend, es gab keine TV-Übertragung. Johannes Paul II. erhielt ein einfaches Erdgrab an der Stelle, an der bis vor wenigen Jahren Johannes XIII. geruht hatte. Dieser wurde 2001 in die Hauptkirche transferiert. Johannes Paul II. liegt unweit des Grabes des Apostels Petrus, des ersten Papstes.
(apa/red)
