Neun Tote bei Seilbahnunglück in Sölden: Transporthubschrauber verliert Metallkübel!
- Gutachten entlastet Heli-Piloten, Aussage belastet ihn
- PLUS: Die BILDER vom tragischen Unglück in Tirol
·BILDER: Tragisches Gondelunglück in Tirol
Seilbahn-Katastrophe im Ötztal fordert neun Tote
·Sölden-Unfall: Außer-gerichtliche Einigung
Höhe der Zahlungen ist
nach wie vor unbekannt
·Sölden-Unglück: Pilot im Visier der Justiz!
Staatsanwaltschaft über- prüft noch die Flugroute
·Seilbahnunglück in Sölden: Neue Vorwürfe
Zeuge macht den Heli-
Piloten verantwortlich
·Sölden: Gutachten entlastet den Piloten
Gondel-Drama: Fehler in Elektronik als Auslöser
·Bergbahn erst im Herbst 2002 eröffnet
Modernste Technik und Sicherheitmaßnahmen
·Viele Zwischenfälle in
der Firmengeschichte
Heli Alpin Knaus schon
oft in den Schlagzeilen
Schweres Seilbahnunglück im Gletscherskigebiet von Sölden in Tirol: Neun deutsche Staatsbürger, darunter vier Kinder zwischen elf und 13 Jahren, kommen ums Leben, als ein Transport-Hubschrauber rund 200 Meter über der Seilbahn einen 750 Kilogramm schweren Metallkübel verliert, der auf eine der Kabinen stürzt. Zwei weitere Gondeln werden aus der Verankerung gerissen. Sieben Personen werden verletzt.
Ein vom Verkehrsministerium und der Justiz in Auftrag gegebenes technisches Gutachten entlastet nun den Unglückspiloten von Sölden. Wie ein Sprecher des Verkehrsministeriums der APA sagte, lasse der Bericht den Schluss zu, dass eine Verkettung unglücklicher Umstände zu der Katastrophe Anfang September geführt hatte, bei der neun deutsche Urlauber ums Leben gekommen waren. Demnach soll ein winziger Metallspan den Lastenhaken ausgelöst haben. Weltweit könnten 1.000 Hubschrauber betroffen sein und müssen nun nachgerüstet werden.
Das Metallspänchen könnte jenen elektrischen Impuls ausgelöst haben, der zur Betätigung des Hakens unterhalb der Unglücksmaschine führte. Dadurch war ein 700 Kilogramm schwerer Betonkübel auf das Seil der Gondelbahn gestürzt. Unter den Toten waren sechs Kinder.
Das Gutachten werde nun in einen Endbericht mit weiteren Empfehlungen eingearbeitet. Dabei gehe es um die Fertigung "gewisser Teile" sowie um eine "Optimierung bei der künftigen Wartung". Es gebe aber keine Hinweise auf Mängel bei den von der Hubschrauberfirma durchgeführten Wartungen. Dabei seien laut Untersuchungen "keine Fehler" passiert, erklärte der Sprecher des Ministeriums.
Neue Aussagen belasten Piloten
Das Seilbahnunglück von Sölden soll nach Aussage eines nun neu aufgetauchten Zeugen möglicherweise anders abgelaufen als bislang dargestellt. Ein Mann, der bei dem Unglück aus einer Gondel geschleudert wurde und zunächst nicht vernehmungsfähig war, macht den Piloten des Helikopters für das Unglück mit neun Toten verantwortlich. Das Hubschrauber-Unternehmen Knaus wies diese Darstellung zurück.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Piloten
In den Untersuchungen rund um das Hubschrauberunglück von Sölden hat die Innsbrucker Staatsanwaltschaft die Flugroute im Visier. Bei der Untersuchungsrichterin des Landesgerichtes Innsbruck wurde gegen den Unglückspiloten die Durchführung von Vorerhebungen wegen der Vergehen der fahrlässigen Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Gemeingefährdung beantragt.
Wie Staatsanwalt Wilfried Siegele gegenüber der APA betonte, reagiere man auch auf Zeugenaussagen, ob die Wahl der Flugroute rechtlich gedeckt sei. In diese Richtung gehe auch eine Anzeige der Polizei. Nach dem Ergebnis der umfangreichen Polizeierhebungen gelte es insbesondere abzuklären, "ob hinsichtlich der Wahl der Flugstrecke sämtliche gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden". (apa)
