NS-Kriegsverbrecherprozess in München: Heute Urteil wird gegen Niznansky erwartet
- 88-Jährige an drei Massakern an Zivilisten beteiligt?
- Staatsanwaltschaft beantragte lebenslängliche Haft
In einem der letzten deutschen NS-Kriegsverbrecherprozesse wird heute gegen 11.30 Uhr das Urteil gegen den früheren Hilfstruppen-Kommandanten Ladislav Niznansky erwartet. Der heute 88-Jährige soll Anfang 1945 an drei Massakern an Zivilisten in der Slowakei beteiligt gewesen sein. Als Kommandant einer slowakischen Hilfstruppe der deutschen Wehrmachtsgruppe "Edelweiß" soll er die Tötung von 146 Dorfbewohnern befohlen und ein Erschießungskommando für die Tötung von 18 Juden zusammengestellt haben. Unter den damaligen Opfern waren selbst Kleinkinder.
Die Staatsanwaltschaft hatte für Niznansky lebenslange Haft beantragt, die Verteidigung forderte Freispruch. Niznansky hatte die Vorwürfe in dem Prozess bestritten. Der Angeklagte war in der Tschechoslowakei 1962 in Abwesenheit als NS-Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt worden. Er war jedoch 1947 in den Westen geflohen und arbeitete anschließend für den US-Sender Radio Free Europe. (apa)
