Unangekündigter Besuch: US-Vizepräsident Cheney überraschend im Irak eingetroffen
- US-Politiker traf den Übergangspräsidenten Talabani
- Reise wurde aus Sicherheitsgründen nicht angekündigt
US-Vizepräsident Cheney ist drei Tage nach der Parlamentswahl zu einem Überraschungsbesuch im Irak eingetroffen. Der Nachrichtensender Al-Arabija berichtete, Cheney habe bei seinem aus Sicherheitsgründen nicht vorab angekündigten Besuch Übergangspräsident Talabani und den scheidenden Ministerpräsidenten Al-Jafaari getroffen.
Al-Jafaari gehört der Schiiten-Allianz der religiösen Parteien an. Diese soll bei der Parlamentswahl in fünf Städten die meisten Stimmen erhalten haben. Die in Bagdad erscheinende regierungsnahe Zeitung "Al-Sabah" berichtete, in Hilla, Najaf, Kerbela, Diwanija und Samawa habe das Wahlbündnis, das schon im Übergangsparlament die größte Fraktion bildete, alle anderen Gruppierungen überrundet. Ergebnisse aus den größten Städten des Landes - Bagdad, Basra und Mossul - lagen aber noch nicht vor.
Das erst für den Jahreswechsel angekündigte Ergebnis der Wahl vom vergangenen Donnerstag könnte möglicherweise schon an diesem Montag verkündet werden. Der irakische Botschafter in Wien, Aqraw, erklärte gegenüber der APA: "Die Wahl hat deutlich gemacht, dass die verschiedenen irakischen Gruppierungen, Nationalitäten und Schichten zusammenarbeiten und zusammenleben wollen und das irakische Volk ein demokratisches System will".
14 Menschen bei Angriffen getötet
Durch Angriffe von Extremisten starben unterdessen mindestens 14 Menschen. Im Norden Bagdads starben fünf Zivilisten, als ein Sprengsatz in der Nähe einer Moschee explodierte. Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Polizeipatrouille nahe der Mustansirija-Universität in Bagdad starben drei Polizisten. In Balad Rus erschossen Unbekannte zwei Polizeioffiziere und einen Zivilisten. Zwei irakische Soldaten wurden in der Nähe von Balad erschossen. Südlich von Bagdad töteten Unbekannte einen früheren Offizier der Luftwaffe. (apa)
