Sonntag, 18. Dezember 2005

Massenpanik in Südindien: Mindestens
30 Tote und 20 Verletzte bei Essensausgabe

  • 3000 warten auf Ausgabe von Lebensmittel-Coupons
  • Zahl der Kältetoten in Nordindien auf 36 gestiegen

Bei einer Massenpanik in einem Hilfszentrum für Flutopfer in Indien sind am Sonntag mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 50 weitere verletzt worden. Die Opfer hatten nach Behördenangaben schon Stunden vor der Öffnung der Einrichtung im südindischen Madras für Essensmarken angestanden, weil das Gerücht kursierte, dass die Coupons nicht für alle reichen würden.

Als Regen einsetzte, drängten die Wartenden nach Berichten einer Augenzeugin in Richtung des Gebäudes und lösten so die tödliche Massenpanik aus. Die Menschen leiden unter den Folgen heftiger Regenfälle im Oktober.

Den Angaben zufolge waren die meisten der Opfer Frauen. Ein Polizeibeamter hatte zunächst zuvor sogar von 45 Todesopfern gesprochen. Die Regierung im Bundesstaat Tamil Nadu sicherte den Opfern Unterstützung zu. Im Oktober war die Region von sintflutartigen Regenfällen betroffen. Rund 175.000 Menschen mussten deswegen ihre Häuser verlassen. Die Regierung hat rund 150 Hilfszentren eingerichtet. Bereits im November waren bei einer ähnlichen Panik sechs Menschen ums Leben gekommen.

Nach der Panik am Sonntag waren die beiden größten Krankenhäuser der Stadt von Polizisten und verärgerten Angehörigen der Patienten überlaufen. Auf den Gängen saßen weinende Frauen; Polizisten transportierten Tote in die Leichenkammern. Die Verletzten und ihre Angehörigen zeigten sich entrüstet über die Katastrophe. Zum Ablauf der Panik berichtete eine Zeugin: "Es begann plötzlich stark zu regnen, und die Menschen drängten in Richtung des Gebäudes. Als die Haupteingangstür dem Ansturm nachgab, wurden die vorne Stehenden von der Menge erdrückt."

Im Süden Thailands stieg die Zahl der Todesopfer in Folge der seit November andauerenden Überschwemmungen auf 21. Bei zwei Erdrutschen starben nach Regierungsangaben am Wochenende sieben Menschen. Tausende Menschen in der Provinz Songkhla mussten vor steigenden Fluten in Sicherheit gebracht werden. Zudem brach in neun Provinzen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Bangkok die Grippe aus, mindestens 40.000 Menschen seien betroffen.

Auch im Norden Malaysias mussten mehr als 5.000 Menschen aus Sorge vor Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Meteorologen warnten vor einem tropischen Sturm, der sich aus einem Tiefdruckgebiet über dem Südchinesischen Meer entwickeln könnte.

Zahl der Kältetoten in Nordindien auf 36 gestiegen
Mindestens 36 Menschen sind bisher bei einer Kältewelle im Norden Indiens ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen seien Obdachlose gewesen, berichtete der Nachrichtensender NDTV am Sonntag. Die Toten stammten den Angaben zufolge aus dem Bundesstaat Uttar Pradesh. Verglichen mit den Vorjahren sei der Winter in diesem Jahr besonders streng. Meteorologen gehen davon aus, dass die Kältewelle bis Mitte der Woche anhalten wird.
(apa)

18.12.2005 08:02