Samstag, 17. Dezember 2005

Holocaust ist "falsches Gerücht": Iranischer
Geistlicher bekräftigt Aussage Ahmadinejad

  • Westen kann "logischen Kommentare" nicht ertragen
  • PLUS: Innenminister verteidigt Präsidenten-Aussagen

Ein hochrangiger iranischer Geistlicher hat am Freitag den Holocaust an den Juden als "falsches Gerücht" bezeichnet und die voran gegangenen anti-israelischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Ahmadinejad bekräftigt. Ayatollah Ali Meshkini, Leiter eines politischen Überwachungsausschusses, erklärte, die Äußerungen Ahmadinejads seien "völlig logisch" und kämen aus dem "Herzen der Iraner".

Die europäischen Länder hätten darauf kritisch reagiert, weil sie die "logischen Kommentare" des Präsidenten nicht ertragen könnten, meinte der Ayatollah während des Freitagsgebets in der heiligen Stadt Qom vor Gläubigen.

"Nach dem Zweiten Weltkrieg haben die Juden und Zionisten das falsche Gerücht verbreitet, dass Hitler, Österreich und Deutschland mehr als sechs Millionen Juden in den Verbrennungsöfen vernichtet hätten", erklärte Meshkini. Um als Opfer zu erscheinen und um sich damit ein ihnen geeignet erscheinendes Land anzueignen, hätten die Juden die ganze Welt betrogen, auch die Vereinten Nationen seien hereingelegt worden.

Präsident Ahmadinejad hatte zuvor den Völkermord an den Juden als Mythos bezeichnet. Israel und dessen Verbündeten warf er Heuchelei vor und bekräftigte seine Ansicht, der jüdische Staat sollte nach Europa, Kanada oder die USA verlegt werden. Der EU-Gipfel verurteilte am Freitag die Äußerungen des iranischen Präsidenten zum Holocaust und Israel "uneingeschränkt".

Leibwächter getötet
Bei einem Angriff im Südosten des Iran ist in dieser Woche ein Leibwächter des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad getötet worden. Das berichtete das staatliche iranische Fernsehen. Es bezeichnete die Angreifer als Banditen. Ein weiterer Leibwächter und ein Fahrer seien bei dem Gefecht auf der Straße von Chabahr nach Sabol am Donnerstag verletzt worden. Die Sicherheitsleute hätten mehrere Stunden vor der Durchfahrt von Ahmadinejads Fahrzeugkolonne Kontrollen in dem Gebiet durchgeführt. (apa/red)

17.12.2005 08:05