Montag, 12. Dezember 2005

Radikale Islamisten bei Paris verhaftet: Angeblich Attentate in Frankreich geplant

  • 22 Verdächtige gingen den Fahndern ins Netz

Bei einer Großrazzia in mehreren Vororten von Paris haben Anti-Terror-Fahnder 22 mutmaßliche radikale Islamisten festgenommen, von denen einige Attentate auf "höchst symbolische Ziele" in Frankreich geplant haben sollen. Wie es in Kreisen der Ermittler hieß, verdächtigt Anti-Terror-Richter Jean-Louis Bruguiere die in Gewahrsam Genommenen der Bildung einer kriminellen Organisation in Zusammenhang mit terroristischen Unternehmungen sowie der Finanzierung des Terrorismus.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Serien von Festnahmen mutmaßlicher radikaler Islamisten in Frankreich gegeben; teilweise waren aber die Verdächtigen nach Ablauf des viertägigen Polizeigewahrsams wieder auf freiem Fuß. Zumindest ein Teil der Festgenommenen plante nach Überzeugung der Fahnder "Gewaltakte" in Frankreich. Gegen welche Ziele sich diese Anschlagspläne gerichtet hatten, wurde zunächst nicht bekannt; die Ermittler erhofften sich weitere Aufschlüsse von den Vernehmungen.

Einige Verdächtige, die als polizeibekannte Gewaltverbrecher gelten, hatten den Angaben zufolge bewaffnete Raubzüge unternommen, um mit der Beute der "islamistischen Sache" zu dienen. Fahnder bezeichneten sie als "islamisierte Räuber". Der moslemische Glaube sei der "gemeinsame Nenner" aller Festgenommenen. Bei ihnen handle es sich zumeist um 25 bis 35 Jahre alte Männer aus Tunesien und Algerien.

Anti-Terror-Fahnder des französischen Inlandsgeheimdienstes DST nahmen die meisten Verdächtigen am Montag gegen 06.00 Uhr in ihren Wohnungen in den um Paris liegenden Departements Hauts-de-Seine, Yvelines, Val-de-Marne, Seine-Saint-Denis und Oise fest. An der Razzia waren auch Polizisten der Spezialeinheit RAID, Experten für Bandenverbrechern sowie Zivilschützer mit Schutzanzügen gegen atomare, biologische oder chemische Waffen beteiligt.

(apa/red)

12.12.2005 10:16