Montag, 12. Dezember 2005

Elektroschocks & Gliedmaßen gebrochen: Erneut brutale Folter in irakischem Gefängnis

  • 13 Häftlinge mussten ärztlich behandelt werden

In einem Gefängnis des irakischen Innenministeriums sind einem Zeitungsbericht zufolge erneut Gefangene misshandelt worden. Etwa dreizehn Gefangene aus dem Gefängnis in Bagdad müssten ärztlich behandelt werden, berichtete die "Washington Post".

Der Bericht stützt sich auf Aussagen irakischer und US-Vertreter, die sich auf einen irakischen Beamten "mit Wissen aus erster Hand" berufen. Demnach erlitten zwölf bis dreizehn Gefangene "schwere Folter" wie Elektroschocks. Einigen von ihnen seien Gliedmaßen gebrochen worden, zwei hätten keine Fingernägel mehr. Regierungssprecher Laith Kubba wollte die Vorwürfe nicht kommentieren. Wenn es Verdachtsmomente gebe, werde ermittelt.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der zweite Fall von Gefangenenmisshandlung in einem vom irakischen Innenministerium geführten Gefängnis.

Mitte November hatten US-Soldaten hatten bei einer Razzia in einem Gebäude des Innenministeriums mehr als 170 nicht registrierte Häftlinge entdeckt, die nach eigenen Angaben in der Haft misshandelt wurden. Die meisten von ihnen gehörten der sunnitischen Bevölkerungsminderheit an. Das Innenministerium ist schiitisch dominiert. (apa/red)

12.12.2005 08:57