Das bringt 2006: Zivildienst wird auf 9, der Grundwehrdienst auf 6 Monate verkürzt!
- Zivildiener dürfen sich zudem über mehr Geld freuen
- Bundesheer-Reform: Erste Kasernen-Schließungen
Für angehende Zivildiener gibt es ab 2006 mehr Geld für weniger Dienst. Wer nicht zum Bundesheer geht, muss nur mehr neun statt zwölf Monate Zivildienst leisten. Das Grundentgelt wird von 185 auf 256 Euro monatlich angehoben und damit dem der Grundwehrdiener angeglichen. Die Dienstzeit der Präsenzdiener wird von acht auf sechs Monate verkürzt. Eine höhere Besoldung gibt es auch für Berufssoldaten im Ausbildungsdienst.
Nach den neun Monaten können Zivildiener ihren Dienst freiwillig um drei weitere Monate verlängern. Sie bekommen zudem ein Zeugnis, das für Ausbildungen in ähnlichen Berufen angerechnet werden kann. Die Dauer des Auslandsdienstes wird von 14 auf 12 Monate herabgesetzt. Analog zur Bundeheer-Beschwerdekommission wird ein Zivildienst-Beschwerderat eingerichtet. Mit dem Anspruch auf Familienunterhalt und Wohnkostenbeihilfe gibt es eine weitere Angleichung an den Wehrdienst.
Für Zivildiener soll es statt sechs Euro Verpflegungsgeld künftig Kantinenessen geben - und zwar möglichst drei Mal täglich. Darauf haben sich Innenministerin Liese Prokop und die größten Trägerorganisationen geeinigt. Gestritten wird allerdings noch darüber, wer die dabei anfallenden Mehrkosten begleichen soll. Bei den drohenden Rückforderungen früherer Zivildiener hat Prokop den Trägern Unterstützung zugesagt - darüber muss nun mit dem Finanzministerium verhandelt werden.
Nötig ist die Neuregelung, weil der Verfassungsgerichtshof die derzeit ausgezahlten sechs Euro täglich für deutlich zu niedrig hält.
Mehr Geld für Berufssoldaten
Mehr Geld wird es auch für Berufssoldaten und Milizangehörige geben. Grundwehrdiener, die sich von Beginn an für den Soldatenberuf entscheiden, sollen künftig 824 statt bisher 256 Euro pro Monat bekommen. Bei den Milizsoldaten wird die Prämie für den Abschluss einer vorbereitenden Kaderübung auf rund 380 Euro verdoppelt.
Erste Kasernen werden geschlossen
Beim Heer stehen weiters neun Kasernen-Schließungen an. In diesem Jahr geschlossen werden folgende Standorte: Die Berger Kaserne im Burgenland, die Aichelburg Kaserne in Kärnten, die Marc Aurel und die Kopal Kaserne in Niederösterreich, das Amtsgebäude Garnisonsstraße und der Truppenübungsplatz in Obertraun in Oberösterreich, die Hummel Kaserne in der Steiermark, die Eugen Kaserne in Tirol und das Amtsgebäude Modecenter in Wien. Die betroffenen Mitarbeiter müssten umgeschult werden oder an einen weit entfernten Dienstort wechseln. Außerdem wird es ab Jänner nur mehr zwei statt sechs Kommandos geben. (apa/red)
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