Freitag, 16. Dezember 2005

Mann an Überdosis gestorben: Freund wurde wegen fahrlässiger Tötung verhaftet

  • Half dem Opfer, sich die tödliche Spritze zu setzen
  • PLUS: Jeder Fünfte hat selbst Erfahrung mit Drogen

Im Fall jenes 28-jährigen Trofaiachers, der vor rund zwei Wochen an den Folgen einer Überdosis Morphin gestorben ist, konnte die Exekutive einen 33-jährigen in der Suchtmittelszene bekannten Mann wegen fahrlässiger Tötung festnehmen. Der 33-Jährige hatte sich regelmäßig bei einem 41-jährigen Suchtmittelkonsumenten Vendal-Tabletten besorgt und zusammen mit dem Toten konsumiert.

"Der festgenommene Trofaiacher, der voll geständig ist, half bei diesen Treffen, dem 28-Jährigen die Spritze zu setzen, wenn er es selbst nicht schaffte", berichtete einer der ermittelnden Polizeibeamten des Landeskriminalamts der Außenstelle Niklasdorf. So auch am dritten Dezember: Nachdem sich die beiden in der Wohnung des Toten die Spritzen gesetzt hatten, sei der 28-Jährige plötzlich vom Sofa gekippt.

Der 33-Jährige, der nach Angaben der Polizei nicht wusste, was er tun sollte, alarmierte den Tablettenlieferanten. Dieser sei zwar gekommen, die beiden hätten sich aber nur "laienhaft" um den jungen Trofaiacher gekümmert. Danach verlies der 41-Jährige wieder die Wohnung, nachdem er meinte, es gehe dem Mann "nicht so schlecht". Ein zufällig am Samstagnachmittag vorbei gekommener Bekannter des Verstorbenen half dem 33-Jährigen, den Bewusstlosen ins Bett zu legen. Dann ging auch dieser wieder. "Nach Stunden hat auch der Bekannte die Wohnung verlassen. Wir vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt der 28-Jährige bereits verstorben ist", so der ermittelnde Polizeibeamte.

Im August dieses Jahres hätten sich der Festgenommene und der vor rund zwei Wochen Verstorbene kennen gelernt, als man sich in der Wohnung eines Bekannten zum Suchtmittelmissbrauch getroffen hatte, berichtete einer der ermittelnden Polizeibeamten des Landeskriminalamts der Außenstelle Niklasdorf. Bei diesen regelmäßig stattfindenden Treffen wurden Tabletten "aufgekocht", um eine reine Morphinsubstanz zu gewinnen, die dann injiziert wurde, so der Polizist. So auch im Fall der Drogenkonsumenten. Im weiteren Personenkreis werden die Ermittlungen fortgesetzt, so die Ermittler. (apa)

16.12.2005 10:49