Schluss für das Schwarzenegger-Stadion: Umbenennung könnte im Frühjahr erfolgen
- SPÖ hat Kurs festgelegt, Voves von 'Arnie' enttäuscht
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Konkrete Formen nimmt die Umbenennung des Grazer Arnold Schwarzenegger-Stadions an. Wie der für Liegenschaften zuständige Stadtrat Wolfgang Riedler bestätigte, habe er die Stadiongeschäftsführung ersucht, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten und sich auf Sponsorensuche zu begeben. Bis zum Frühjahr soll eine Lösung getroffen werden, "die auch den positiven Werbewert nutzt".
Ähnliche Überlegungen hatte es schon im Februar 2004 anlässlich eines durch Gouverneur Schwarzenegger abgewiesenen Begnadigungsgesuchs gegeben. Damals hatte er den Standpunkt vertreten, dass es, sollte es nur zu einer weiteren Hinrichtung in Kalifornien unter Billigung des Gouverneurs kommen, "dann schrauben wir den Schriftzug vom Stadion umgehend herunter". Auf mehrere Schreiben der Stadtpolitik habe Schwarzenegger aber nicht einmal "mit einem Ohr gewackelt".
Nach Ansicht von Riedler sei dafür gar kein Gemeinderatsbeschluss erforderlich, weil auch die Benennung nach der "steirischen Eiche" nicht auf diese Weise erfolgt sei. Sowohl Riedler als auch SPÖ-Stadtparteichef Walter Ferk wollen mit der Umbenennung erreichen, "die Menschenrechtsstadt Graz aus dieser Diskussion zu nehmen" und, pragmatisch gesehen, damit möglicherweise auch zusätzliche Sponsormittel zu lukrieren.
Name weg, Ehrenring bleibt
Dass es am 19. Jänner im Gemeinderat zu einer Debatte mit Abstimmungen kommen wird, ist dennoch schon auf Grund des von den Grünen eingebrachten und der KPÖ unterstützten Antrags wahrscheinlich. Er, Ferk, sei persönlich für einen neuen Namen und werde diese Position auch seiner Fraktion empfehlen, so der Vizebürgermeister. Keine Notwendigkeit sehe man hingegen, den verliehenen Ehrenring der Stadt abzuerkennen: Schwarzenegger habe ihn für seine Verdienste um die "Special Olympics" sowie sein humanitäres Engagement verliehen bekommen und an diesen Meriten habe sich auch nichts geändert.
Rückendeckung bekommen die Grazer Sozialdemokraten auch von der Landespartei: Die Diskussion über die Umbenennung des Arnold Schwarzenegger-Stadions könne er "durchaus nachvollziehen", meinte Landeshauptmann Franz Voves. Voves zeigte sich persönlich enttäuscht von Schwarzeneggers Haltung: Mit Begnadigungen hätte Schwarzenegger "beweisen können, dass er einmal ein wahrer Österreicher und Europäer gewesen ist" und "einen großen Beitrag im Rahmen der Diskussionen über die Abschaffung der Todesstrafe in den USA leisten können".
(apa/red)
