Polizei rüstet im Kampf gegen Alkohol auf: Neue Vortestgeräte sind bereits im Einsatz
- Atemtest am Alkomat nicht ersetzt, aber schneller
- Ministerin Prokop: Evaluierung nach ein paar Monaten
So genannte Alkoholvortestgeräte sind ab jetzt in Österreich im Einsatz. Für eine Testphase hat das Innenministerium 200 Geräte der Firma Envitec zu einem Preis von je 500 Euro angekauft, die an die Landespolizeikommanden ausgeliefert werden. Ressortchefin Liese Prokop meinte, dass man nach einer Probephase von "ein paar Monaten" den Einsatz evaluieren und über den Ankauf weiterer Geräte entscheiden werde.
Die Vortestgeräte ersetzen nicht den Atemtest am Alkomaten, wie Prokop betonte. Wenn der Vortest einen Verdacht auf Alkoholisierung ergibt, wird der betroffene Lenker zum Alkomaten gebeten. "Wenn sich am Vortestgerät deutlich zeigt, dass da nichts ist, kann der Autofahrer seinen Weg fortsetzen", so die Ministerin. Der Vorteil des nun gekauften Produkts bestehe darin, dass es - im Unterschied zum Alkomaten - keine Aufwärmphase benötige. Prokop: "Es ist eine deutlich größere Durchtestung möglich."
Die Vortestgeräte können nicht geeicht werden, deswegen ist ein überhöhter Promillewert ohne Überprüfung durch den Alkomaten auch nicht strafbar. Es gebe auch mehr Fehlerquellen, erklärte die Ministerin, die sich ursprünglich skeptisch gegenüber Vortestgeräten gezeigt hatte. Nicht zuletzt "deswegen prüfen wir ja doppelt", sagte Prokop.
Autofahrer, die den Vortest verweigern, werden übrigens gleich zum Alkomaten gebeten. Wer den auch nicht durchführen will, macht sich strafbar. Das kostet 1.162 bis 5.813 Euro bzw. zwei bis sechs Wochen Ersatzarrest. In der Alkoholvortestgeräteverordnung, die in der Nacht auf Donnerstag in Kraft tritt, ist ein spezifischer Wert von 0,22 Milligramm pro Liter vorgesehen. Wer diesen Wert aufweist oder übertrifft, muss am Alkomaten überprüft werden.
Zustimmung zum Einsatz der Vortestgeräte kam vom ÖAMTC und vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Der ÖAMTC bezeichnete den Probelauf vor einer flächendeckenden Benutzung als "sinnvoll" und forderte eine Erhöhung der Kontrolldichte. Der VCÖ sprach sich für die rasche flächendeckende Verwendung aus und wies darauf hin, dass hier zu Lande im internationalen Vergleich wenig kontrolliert werde.
(apa/red)
