Brandstiftung in der Wirtschafts-Uni Wien: Feuer wurde gelegt - Erheblicher Schaden!
- Bibliothek & Computerlabors am stärksten betroffen

·BILDER: Brand in der Wirtschaftsuni Wien
Bibliothek großteils nur mehr Schutt und Asche
·WU Wien unter "Top 50 Business Schools"
Spitzenplatz in Wertung der "Financal Times"
Schwere Schäden hat ein gelegter Brand in der Nacht auf Mittwoch im Hauptgebäude der Wiener Wirtschaftsuniversität (WU) angerichtet. Unbekannte haben im Untergeschoß offenbar an vier Stellen Feuer gelegt, unter anderem sind Teile der im gleichen Gebäude befindlichen Biologie-Fachbereichsbibliothek der Uni Wien schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. 20.000 Buchbände sind vorerst unbenutzbar geworden.
Die Bibliothek sei "massiv betroffen", sagte Maria Seissl, Bibliotheks- und Archivvorstand der Uni Wien, bei einer Pressekonferenz am Nachmittag. Außer den Schäden an den Büchern seien Eingangs - und Freihandbereich vollständig zerstört worden. Seissl bezeichnete den Vorfall als "Horrorszenario". Die Buchbestände der WU blieben dagegen praktisch unversehrt.
Wie hoch der Schaden an der WU tatsächlich ist, stand am Mittwoch noch nicht fest. Das WU-Hauptgebäude bleibt für die Studenten mindestens bis Ende der Woche geschlossen, kündigte Rektor Christoph Badelt an. "Wir können für die Sicherheit nicht garantieren, wenn wir nicht wissen, was genau kaputt ist."
Badelt zeigte sich "fassungslos" über die Tat. Die WU sei ein Haus mit "gutem sozialen Klima": "Die Täter sind Menschen, die ich außerhalb der sozialen Normalität ansiedeln würde."
Laut Polizei sind bei dem Feuer Brandbeschleuniger verwendet worden. Unter anderem fanden die Ermittler Benzinspuren. Der größte Brandherd sei im Bereich der Biologie-Bibliothek gewesen, die übrigen auf dem Gang im Bereich der Stiegen B, C und D im ersten Untergeschoss.
Die Biologie-Studenten der Uni Wien haben vorerst keinen Zugang zu "physischer Literatur", bedauerte Seissl. Sie könnten aber auf elektronische Exemplare ausweichen. Außerdem würden im angrenzenden Pharmazie-Zentrum Ausweichräume für Leseplätze geschaffen.
Hinsichtlich möglicher Täter hüllte sich die Polizei vorerst in Schweigen: Es sei noch zu früh, über Verdächtige zu sprechen, meinte Major Manfred Briegl von der Kriminaldirektion 1. Er bestätigte, dass zwei bis drei Personen beim Verlassen des Gebäudes angehalten worden seien, deren Personalien man aufgenommen habe. Einen Zusammenhang mit dem Brand kommentierte er nicht.
Zum Zeitpunkt des Feuers war das Gebäude laut Badelt bereits zugesperrt. Die Bibliothek selbst schloss wie üblich um 22.00 Uhr, der Einsatz der Feuerwehr begann rund eine Stunde später. Einbruchsspuren hat die Polizei nicht gefunden.
Während die Studenten in den kommenden Tagen aus dem Hauptgebäude ausgesperrt sein werden, geht der Betrieb in sämtlichen anderen WU-Gebäuden normal weiter, meinte Badelt. Wenn die großen Hörsäle im Hauptgebäude aber nicht rasch wieder geöffnet werden könnten, müsse man sich nach Alternativen umsehen. Das im gleichen Gebäude (UZA 1) befindliche Biologie-Zentrum der Uni Wien ist (abgesehen von der Bibliothek) vom Brand nicht betroffen und weiter geöffnet.
(apa/red)
