Schwerer Schlag gegen die Kärntner Rotlicht-Szene: Fünf Festnahmen bei Razzia
- Vorwurf: Menschenhandel, Nötigung & Vergewaltigung
- 85 Beamte bei 14 Hausdurchsuchungen im Einsatz
Nach einer Reihe von einschlägigen Erfolgen in den vergangenen Monaten ist Kärntner Exekutive erneut ein Schlag gegen die Rotlichtszene gelungen: Fünf mutmaßliche Drahtzieher der Szene wurden verhaftet. Ihnen wird unter anderem Menschenhandel, Nötigung und Vergewaltigung vorgeworfen.
Vier Bars in Klagenfurt, Villach, Maria Elend und Treibach-Althofen waren von den Kriminalbeamten durchsucht worden, ebenso die Wohnungen der fünf Hauptverdächtigen. Im Zuge der Aktion "Schneerose" waren insgesamt 85 Beamte im Einsatz, es gab 13 Hausdurchsuchungen in Kärnten und eine in Salzburg. Die Aktion sei aber noch nicht abgeschlossen, erklärte Oberstleutnant Herbert Rogl vom Landeskriminalamt am Dienstag im Gespräch mit ORF-Radio Kärnten.
Verhaftet wurde ein Ehepaar aus Klagenfurt, der 50-jährige Mann und seine 40-jährige Frau gelten als "Köpfe der Kärntner Go-Go-Szene". Ebenfalls in Haft sind inzwischen der 41 Jahre alte Villacher Geschäftsführer einer Bar und zwei Mitarbeiter der Go-Go-Kette.
In den vier Bars sind insgesamt 25 Frauen beschäftigt. Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, hätten sie ein Martyrium durchgestanden, sagen die Kriminalisten. Konkret geht es um Verbrechen nach dem Suchtmittelgesetz sowie schwere Nötigung, Vergewaltigung und Urkundenfälschung. Weiters gibt es Anhaltspunkte für Vergehen nach dem Finanzstrafgesetz.
Die jüngste Aktion ist laut Polizei eng verknüpft mit den Anschlägen in der Kärntner Rotlichtszene vor rund zwei Jahren. Aufsehen erregend war damals der Anschlag mit einer Panzerfaust auf ein Bordell in Feldkirchen. Mehrere Mitbeteiligte sind schon in den vergangenen Monaten verhaftet worden, ein 39 Jahre alter Mann wurde bereits rechtskräftig verurteilt. (apa/red)
