Freitag, 9. Dezember 2005

FORMAT: Preisspitze bei Sprit ist gebrochen:
Experten erwarten einen weiteren Rückgang

  • Nach Preishoch im Oktober sind Diesel & Co billiger
  • Wunschvorstellung oder Realität: Man kann nur hoffen

Am schönsten ist es, wenn der Schmerz wieder nachlässt. So gesehen dürfte Autofahren bald wieder mehr Spaß machen. Nachdem monatelang die Spritpreise von einem Rekordhoch zum nächsten kletterten, gibt es jetzt schon Anzeichen einer Trendwende.

Die Versicherungsprämien sinken bereits. Vor Jahresende laufen die Schleuderaktionen für Neukunden an. Die Rabattschlacht bei Neuwagen tobt und asiatische Billiganbieter drängen auf den Markt.

Rückgang der Autokäufe
Auch bei Kfz-Versicherungen ist die Preisspitze längst gebrochen, die Kunden haben wieder gute Karten bei Prämienverhandlungen. Und selbst beim Autokauf haben Rabatte Hochsaison. BA-CA-Leasing-Chef Heinz Scheibenpflug sieht eine klare Tendenz: "Die schwachen Absatzzahlen im Privatbereich und die Billigkonkurrenz aus den asiatischen Ländern führen jetzt zu Rekordnachlässen beim Autokauf."

Rückgang der Spritpreise
Norbert Griesmayr, Chef der auf Autoversicherungen spezialisierten Gesellschaft VAV, hält diese Entwicklung für keine Eintagsfliege: "Autofahren wird wieder billiger. So werden in den nächsten Jahren verstärkt chinesische Autos auf unseren Straßen fahren, und das zu äußerst attraktiven Preisen."

Rohöl um 30 bis 35 Euro
Das größte Ärgernis der Autofahrer, der hohe Spritpreis, tendiert schon seit Ende Oktober nach unten. Laut einer ÖAMTC-Erhebung ist der Preis für einen Liter Diesel von durchschnittlich 1,039 auf 0,98 Euro gesunken. Natürlich ist nicht auszuschließen, dass ein kalter Winter die Rohölpreise wieder nach oben jagt. Mittelfristig ist aber Entspannung angesagt.

Prämien auf Schleuderkurs
Nachdem die Versicherungen im Autogeschäft wieder schwarze Zahlen schreiben, geht nun prompt die Rabattschlacht los. VAV-Chef Griesmayr: "Jetzt vor Jahresende wollen einige Versicherungen noch schnell Verträge machen. Ein paar Verrückte lassen sogar 30 Prozent nach." Bei der VAV wurden die Prämien im Neugeschäft schon Anfang 2005 im Mittel um zehn Prozent billiger, ab Jänner oder Februar soll noch ein ähnlicher Tarifschritt erfolgen. Dies sei deswegen möglich, weil auch wichtige Kostenfaktoren gesunken sind. So ist etwa die Anzahl der Schwerverletzten, die Autoversicherer besonders schmerzhaft spüren, von 2003 auf 2004 um fünf Prozent auf 7.591 gesunken.

Steuerersparnisse
Zusätzlich wird auch die Steuerschraube für Kfz-Besitzer ein wenig gelockert. Spät, aber doch werden mit 1. Jänner das Kilometergeld erhöht und die Pendlerpauschale um zehn Prozent angehoben. Außerdem tritt die neue Partikelfilter-Verordnung in Kraft. Wer in seinem Dieselfahrzeug einen umweltschonenden Filter installiert, bei dem reduziert sich die Normverbrauchsabgabe (NoVA) automatisch um 200 Euro. Langfristig könnte sogar die gesamte NoVA fallen. Die EU will in den nächsten fünf bis zehn Jahren alle speziellen Zulassungssteuern beseitigen.
(die ganze Story in FORMAT Nr. 49/2005)

9.12.2005 15:52