Kontroverse um Tempo 160: Autobahn-Totalblockade für Spittals Bürgermeister fix
- Köfer durch Aussagen Schüssels & Gorbachs bestärkt
Van der Bellen: "Gorbach ist politischer Geisterfahrer" - UMFRAGE: Soll Tempo 160 auf Autobahnen kommen?
·Tempo 160: Für 45%
ein sinnvoller Versuch
50 Prozent sprechen sich gegen Teststrecke aus
·NETWORLD-UMFRAGE
Soll Tempo 160 auf Autobahnen erlaubt sein?
·Tempo 160: Schüssel wartet Testphase ab!
Kanzler: "Fahre selbst auch nicht immer 130"
·Nein zu Tempo 160: Pröll gegen Regelung
Würde Gorbach-Gesetz im Ministerrat verhindern
·Tempo 160: Großteils negative Reaktionen!
Innenministerin Prokop zeigt sich zurückhaltend
·Umfrage: Mehrheit ist gegen Tempo 160!
Vor allem Frauen und Ältere sind skeptisch
·Tempo 160: Test auf A2 spricht dagegen!
Für Gorbach ist KfV-Test "nicht repräsentativ"
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Der Spittaler Bürgermeister will die vorerst nur angedrohte Blockade der Tauernautobahn wegen des Tempo-160-Pilotversuchs jetzt auf jeden Fall realisieren. "Wird der dreimonatige Testversuch für Tempo 160 auf der Autobahn zwischen Spittal und Paternion mit allen Mittel durchgepeitscht, wird es eine Totalblockade dieser Autobahn geben, und dies zu einem Zeitpunkt, der die Asfinag am empfindlichsten trifft", kündigte der SPÖ-Politiker an.
Köfer sieht sich durch die Äußerungen von Bundespolitikern der vergangenen Tage bestärkt: "Wenn unsere höchsten Repräsentanten unseres Staates, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Minister Hubert Gorbach, mit einem Lächeln offen zugeben, sich selbst nicht an geltende Gesetze und Vorschriften zu halten und schneller als 130 fahren, sollten sie den Mut haben, die Aufhebung der geltenden Tempolimits auch ohne diese Alibi-Teststrecke durchzudrücken."
Van der Bellen: "Gorbach nimmt Verkehrsunfälle in Kauf"
Scharfe Kritik übten erneut die Grünen an den Plänen von Verkehrsminister Hubert Gorbach (B), eine Teststrecke für Tempo 160 zu realisieren. "Für seine persönliche Profilierung nimmt er bewusst schwere Verkehrsunfälle - womöglich mit Todesfolge - in Kauf", so Bundessprecher Alexander Van der Bellen am Rande der EU-Debatte im Nationalrat. Der Ressortchef trage daher "für die ersten Toten, die auf die erhöhte Geschwindigkeit bei Tempo 160 zurückzuführen sind, die volle Verantwortung".
"Gorbach ist ein politischer Geisterfahrer. In ganz Europa mit Ausnahme von Deutschland gibt es Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landstraßen und Autobahnen, die höchstens das Ausmaß von Österreich erreichen. Erwiesen ist, dass die Unfallgefährdung und die Emissionen deutlich anwachsen, wenn es über 130 km/h hinaus geht. Jeder Autofahrer weiß, dass der Benzinverbrauch steigt, wenn man 150 km/h statt 120 km/h fährt. Und das alles für eine Zeitersparnis von ein paar Sekunden auf einer Teststrecke", so Van der Bellen.
Kritik kam auch seitens der SPÖ. "Anstatt sich permanent Gedanken darüber zu machen, wo und wann man überall mit 160 km/h rasen kann, sollten Verkehrsminister Gorbach und Bundeskanzler Schüssel Überlegungen für tatsächliche Beiträge zur Verkehrssicherheit anstellen", sagte SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder. Ein derartiger sinnvoller Vorschlag wäre die verpflichtende Verwendung von Winterreifen bzw. von Winterausrüstung für Pkw und Lkw.
BZÖ-Verkehrssprecher: "Es reicht"
Scharf reagierte BZÖ-Verkehrssprecher Klaus Wittauer auf die Aussagen von Grünen-Chef Van der Bellen zu Tempo 160. "Es reicht. Hier gerade Verkehrsminister Gorbach in völliger Unkenntnis der Fakten als Minister für Geisterfahrer zu bezeichnen und ihm vorzuwerfen, er nehme schwere Verkehrsunfälle und Tote bewusst in Kauf, ist ja der Gipfel der Unverfrorenheit. Das Gegenteil ist der Fall", so Wittauer.
Wittauer verwies darauf, dass die gewählte Teststrecke bereits jetzt unterdurchschnittlich unfallträchtig sei und durch die begleitenden Maßnahmen zum sichersten Autobahnabschnitt Österreichs werde. "Die ausgewählte Teststrecke befindet sich auf einem geraden Autobahnabschnitt, ist gut ausgebaut und in einem guten bautechnischen Zustand. Durch die Einrichtung einer Verkehrsbeeinflussungsanlage light und der Section Control werden wir die Sicherheit in diesem Bereich aber sogar noch weiter steigern", so der BZÖ-Verkehrssprecher.
(apa/red)
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