Flugzeug-Katastrophe in Nigeria: Über 100 Todesopfer bei Absturz im Süden des Landes
- Insgesamt 110 Menschen an Bord der Maschine
- Flugzeug angeblich vor allem mit Schülern besetzt
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Flugzeug war vor allem mit Schülern besetzt
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Beim Absturz eines nigerianischen Passagierflugzeugs sind am Wochenende 103 der 110 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Wie die nigerianische Flugaufsichtsbehörde mitteilte, stürzte die aus Abuja kommende DC-9 der Inlandsfluggesellschaft Sosoliso am Samstagmittag bei stürmischem Wetter im Landeanflug ab. Augenzeugen berichteten, sie hätten Blitze gesehen, als sich das Flugzeug näherte. Die genaue Absturzursache blieb auch am Sonntag noch unklar.
Verzweifelte Eltern im Flughafen sagten, an Bord der DC-9 seien 75 Schulkinder gewesen, die zu den Weihnachtsferien nach Hause kommen wollten. Die Kinder waren zwischen zwölf und 16 Jahren alt. Ein Sprecher der Behörde, Sam Adurogboye, sagte, sieben Überlebende seien in Krankenhäuser gebracht worden. "Sie atmeten noch." Er sagte nicht, ob es sich um Passagiere oder Besatzungsmitglieder handelte.
Augenzeugen schilderten eine schreckliche Szenerie auf der Landebahn. Ein Flughafenarbeiter sagte: "Der Platz, auf dem ich stehe, ist mit Leichen übersät." Viele Tote seien "bis zur Unkenntlichkeit verbrannt". Das Flugzeug sei in viele Teile zerschellt, die nun im weiten Umkreis zerstreut seien.
Es war der zweite schwere Flugzeugabsturz in Nigeria innerhalb von sieben Wochen. Am 22. Oktober war eine Boeing 737-200 nach dem Start in Lagos abgestürzt, 117 Menschen kamen ums Leben. Zur Ermittlung der Absturzursache hinzugezogene US-Experten schlossen damals einen terroristischen Hintergrund aus. Präsident Olusegun Obasanjo ordnete strengere Sicherheitsvorschriften für die Wartung von Flugzeugen an.
Nigerianische Flughäfen sind zudem in den vergangenen Monaten wegen einer Reihe von Beinahe-Unglücken in die Kritik gekommen. Darunter auch ein Unfall in Port Harcourt, bei dem eine Air-France-Maschine in eine Kuhherde krachte, die auf der Landebahn stand. Internationale Fluglinien setzten Landungen in Lagos wegen Schlaglöchern in der Landebahn vorübergehend aus.
Die Fluggesellschaft Sosoliso wurde 1994 gegründet und fliegt seit 2000 auf innernigerianischen Strecken. Ein Firmensprecher machte am Sonntag keine genauen Angaben zum Unglück. Er bestätigte lediglich den Vorfall und sagte, "die meisten Passagiere haben womöglich ihr Leben verloren".
(apa)
