Im Reich der Saurier - Österreich in der Urzeit: Korallenriffe und Saurier auf Inseln
- NEWS-SERIE 1: Über 400 Millionen Jahre lang war Österreich der Boden eines tropischen Meeres

Über 400 Millionen Jahre lang war Österreich der Boden eines tropischen Meeres mit riesigen Korallenriffen, Furcht erregenden Fischsauriern und archaischen Panzerfischen.
Hätte man den Karikaturisten Manfred Deix einen Austro-Saurier erfinden lassen, er hätte wohl nicht viel anders ausgesehen als Struthiosaurus austriacus. Der einzige bis heute auf österreichischem Boden gefundene Saurier war mit knapp zwei Metern der kleinste aller bekannten Panzersaurier. Der Pflanzenfresser war über eine Tonne schwer, hatte einen in Relation zum massigen Körper winzigen Kopf mit noch kleinerem Hirn und bewegte sich nur sehr langsam vorwärts. Zum Schutz vor Fressfeinden, vor allem vor den ebenfalls in Österreich heimischen Urkrokodilen, hatte er dicke Panzerplatten und lange Knochenstacheln an Nacken, Becken und Schwanz. Bei Gefahr legte sich Struthiosaurus einfach nieder und wartete die Attacke ab.
Sein Lebensraum waren kleine tropische Inseln an der flachen Küste des Urmeeres Tethys, die von üppigen Sumpfwäldern bewachsen waren. Heute erhebt sich hier die Hohe Wand am Rande des Wiener Beckens, wo er 1859 in einem Kohlebergwerk bei Muthmannsdorf gefunden wurde. Doris Nagel, Paläontologin an der Universität Wien: Saurierfunde sind in Österreich extrem selten, denn durch die tektonische Hebung der Alpen wurden die meisten Relikte einfach zermalmt.
Die Bahamas der Urzeit. Dabei war das Gebiet des heutigen Österreich eigentlich während fast der gesamten Urzeit ein üppiger Lebensraum, vergleichbar mit den tropischen Meeren rund um die Bahamas oder dem Großen Barriere-Riff vor Australiens Ostküste. Nagel: Vor allem im Devon, also vor rund 400 Millionen Jahren, lag Österreich in den Tropen etwas südlich des Äquators. Das Wasser hatte 26 bis 28 °C und bot ideale Bedingungen für Korallen und Fische.
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