US-Komödiant & Schauspieler Richard Pryor
gestorben: 65-Jähriger erliegt Herzinfarkt
- Letzte Rolle 1996 "Eine Sippschaft zum Ermorden"
- Amerikaner litt seit 20 Jahren an Multipler Sklerose

Nach einem langen Kampf gegen Multiple Sklerose ist der amerikanische Komiker und Schauspieler Richard Pryor im Alter von 65 Jahren gestorben. Seine Frau Jennifer erklärte am Samstag, ihr Mann sei in einem Krankenhaus in San Fernando Valley einem Herzinfarkt erlegen. Pryor stieg mit seinen derben Witzen in den 70er Jahren zu einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods auf. Er war einer der ersten schwarzen Künstler, der den Filmgewaltigen in der Traumfabrik seine Konditionen diktieren konnte.
Pryor ebnete mit seinem lockeren Stil Hollywood-Komödianten wie Eddie Murphy, Arsenio Hall und Damon Wayans sowie Robin Williams und David Letterman den Weg. Erfolgreiche Filme für ihn waren "Stir Crazy", "Silver Streak", "The Bingo Long Traveling All-Stars and Motor Kings" und "Which Way Is Up?". Eines seiner bestimmenden Themen war die Rassendiskriminierung in den USA. Als Moderator der Oscar-Verleihung 1977 machte er sich darüber lustig, dass Harry Belafonte und Sidney Poitier die einzigen schwarzen Mitglieder der Filmakademie seien.
"Ich lebe im rassistischen Amerika und bin nicht gebildet", sagte er einmal. "Und doch lieben mich eine Menge Leute, mögen was ich mache, und ich kann davon leben. Besser geht's nicht." 1983 bekam er für einen Fünfjahresvertrag bei Columbia 40 Millionen Dollar. Als Musiker gewann Pryor drei Grammys. Seine Songs und Alben hatten Titel wie "That Nigger's Crazy", "Is It Something I Said?", "Bicentennial Nigger", "Reverend du Rite" und "Live on the Sunset Strip".
Privat hatte Pryor mit seiner Alkohol- und Drogensucht zu kämpfen. 1980 kam er fast ums Leben, als er beim Hantieren mit Kokain schwere Brandverletzungen erlitt. Er räumte ein, drogensüchtig zu sein und machte eine Therapie. Auch über diese Erlebnisse sprach er auf der Bühne. Hinzu kam die Diagnose der Multiplen Sklerose. 1995 spielte er in der Krankenhausserie "Chicago Hope" einen Patienten mit der degenerativen Erkrankung des Nervensystems und erhielt dafür eine Emmy-Nominierung. Trotz seiner gesundheitlichen Schwierigkeiten sei ihr Mann aber bis zuletzt glücklich gewesen, erklärte Jennifer Pryor.
"Ich wünschte, jeder junge Komiker würde verstehen, worum es Richard ging und sein Genie nicht mit seiner Ausdrucksweise verwechseln", sagte Kollege Bill Cosby am Samstag. Musikproduzent Quincy Jones bezeichnete Pryor als einen echten Pionier seiner Kunst. "Er war ein Meister der Wahrheit und hat alle Komiker nach ihm beeinflusst", erklärte er. "Sein Vermächtnis wird uns immer erhalten bleiben."
Pryor wurde 1940 im US-Staat Illinois geboren und wuchs bei seiner Großmutter auf, die ein Bordell betrieb. Schon mit sieben Jahren stand er als Schlagzeuger in einem Nachtclub auf der Bühne. Pryor war sechs Mal verheiratet und hat fünf Kinder.
(apa)

