Samstag, 10. Dezember 2005

Inhaftierte AMIS-Manager nehmen in
"profil" erstmals zu Betrugsvorwurf Stellung

  • Harald Loidl und Dietmar Böhme: "Wir sind keine Kriminellen, haben kein Geld verschwinden lassen"

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, bestreiten die des Betrugs verdächtigen ehemaligen Manager und Hauptaktionäre des kollabierten Wiener Fondsanbieters AMIS alle Vorwürfe. "profil" suchte Harald Loidl und Dietmar Böhmer im Gefängnis der venezolanischen Polizei-Sondereinheit Grupo BAE in der Hauptstadt Caracas auf und führte das einzige Interview überhaupt. Loidl gegenüber "profil": "Wir sind keine Kriminellen. Wir haben kein Geld veruntreut oder verschwinden lassen. Man will uns etwas anhängen, dass wir nicht getan haben."

Loidls und Böhmers Darstellung zufolge habe es in der Buchhaltung der Gruppe "keine Unregelmäßigkeiten" gegeben. "Es wurde alles von Experten geprüft, nie hat es dabei irgendeinen Anlass zu Kritik gegeben. Dass Kundengelder weg sein sollen, ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Das Geld liegt noch immer bei der Depotbank Sella in Luxemburg."

Nach vorläufigen Erkenntnissen der österreichischen Behörden sollen von den ursprünglich 135 Millionen Euro an verwaltetem Kundenvermögen 70 Millionen in einem undurchsichtigen Geflecht aus Gesellschaften zwischen Wien, Luxemburg, Liechtenstein, den Cayman Islands und den USA verschwunden sein. Davon flossen 48 Millionen Euro in Form weit überhöhter Provisionen an Vertriebspartner, möglicherweise auch an Böhmer und Loidl selbst; weitere 22 Millionen sollen an Unternehmen im direkten Einflussbereich von Böhmer und Loidl transferiert worden sein.

Loidl und Böhmer, die in Venezuela offenbar eine Existenz als Gastronomen begründen wollten und bei ihrer Verhaftung 30.000 Dollar in mehreren Währungen mitführten, bestreiten das. Sie bekennen zwar "Fehlentscheidungen" ein, keinesfalls seien diese aber kriminell motiviert gewesen: "Natürlich wurden Verkaufsprovisionen gezahlt, aber das Provisionssystem ist nie jemandem aufgestoßen, auch nicht der Finanzmarktaufsicht."

Lesen Sie die ganze Story im aktuellen "profil"!

10.12.2005 09:04