Duell der Düfte: Wie sich Douglas mit dem Parfümerie-Platzhirsch Marionnaud matcht!
- FORMAT über den Kampf um die duftenden Kunden
- PLUS: Der Durchstarter und der Pionier im Check!
Wie sich der deutsche Konzern Douglas im Parfümeriegeschäft mit Prachtläden gegen den auf hip und günstig getrimmten Platzhirsch Marionnaud matcht.
Ehre, wem Ehre gebührt. "Ich fühlte mich von dieser Glitzerwelt wie verzaubert", gesteht eine Angestellte der französischen Parfümerie-kette Marionnaud, "das neue gläserne Douglas-Geschäft ist einfach überwältigend." Nachsatz: "Douglas ist uns in Sachen Optik leider überlegen."
Der am 9. November in der Wiener Kärntner Straße eröffnete tausend Quadratmeter große Flagshipstore des deutschen Parfümeriekonzerns Douglas setzt am heimischen Markt tatsächlich neue Maßstäbe. Duft- und Pflegeprodukte renommierter Marken wie Chanel, Dior und D&G, ein Friseursalon, ein Fuß- und Nagelstudio sowie ein Kaffeehaus erstrecken sich auf zwei schmuck dekorierten Ebenen.
Der spektakuläre Laden ist eines der größten Atouts von Douglas, der Nummer zwei am österreichischen Parfümeriemarkt (28 Prozent Marktanteil) gegenüber dem Branchenprimus Marionnaud (30 Prozent). Schöne Läden sind freilich nicht alles im duften Geschäft. Die beiden Platzhirsche kämpfen auch mit Imagekampagnen, Sortimentstiefe und vor allem mit möglichst günstigen Preisen gegeneinander.
Um die Gunst der österreichischen Damenwelt buhlen zwei internationale Giganten. Der deutsche Douglas-Konzern vertreibt neben Parfümerie Bücher, Schmuck, Mode und Süßwaren und setzte 2004 mit 19.000 Mitarbeitern und 820 Filialen 2,42 Milliarden Euro um.
Ein größerer Fisch ist jedoch der Mutterkonzern von Marionnaud: Vor knapp einem Jahr hat der Hongkonger Multi Hutchison Whampoa über seine Tochter A.S. Watson (Weltmarktführer im Bereich Hygiene-, Kosmetik- und Parfümerieartikel) die insgesamt 1.226 Marionnaud-Filialen um 534 Millionen Euro übernommen. Der börsennotierte Mischkonzern Hutchison Whampoa, zu dem auch der österreichische Mobilfunkbetreiber "3" gehört, setzte 2004 unter anderem mit Immobilien, Elektronik und Schifffahrt 17 Milliarden Euro um.
Auf nationaler Ebene ist das Verhältnis zwischen Douglas und Marionnaud indes ausgewogener. Mit 550 Mitarbeitern machte Marionnaud zuletzt einen Umsatz von 86,2 Millionen Euro. Douglas erwirtschaftete mit rund 500 Mitarbeitern 83 Millionen Euro Umsatz. Deutlichere Unterschiede gibt es im Filialbereich. Douglas hat österreichweit zwar die schöneren Läden, davon aber nur 38, die es allerdings bei durchschnittlich 400 Quadratmeter Verkaufsfläche auf eine ansehnliche Größe bringen. "Auf unsere Shops können wir stolz sein", meint Douglas-Chefin Rebecca Panzenböck.
Marionnaud hingegen betreibt 96, jedoch deutlich kleinere Geschäfte. Das dichte Filialnetz ist ein echter Trumpf. Denn während Douglas vor allem in Städten vertreten ist (dort sind 16 der 38 Shops), kann Marionnaud auch am Land Umsätze lukrieren. In Sachen Inszenierung können die Marionnaud-Läden mit dem Douglas-Flair jedoch nicht mithalten. Denn vor allem in kleineren Filialen herrscht Diskonthaus-Feeling.
Die gesamte Story lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von FORMAT!

