Freitag, 9. Dezember 2005

Wiener Kassenvertrag vor dem Aus: Gespräche auf unbestimmte Zeit ausgesetzt

  • Gebietskrankenkasse und Ärztekammer im Streit

Die Verhandlungen um einen neuen Vertrag zwischen Wiener Ärztekammer und Wiener Gebietskrankenkasse liegen auf Eis: Am Freitag wurden die Gespräche von der Kammer unterbrochen, einen neuen Termin gibt es noch nicht. Grund für die Verzögerung sind unterschiedliche Auffassungen über das Ausmaß der Tariferhöhung. Für die Kammer droht damit ein vertragsloser Zustand.

"Wir sind schon davon ausgegangen, dass wir uns heute soweit annähern könnten, dass ein Abschluss in Reichweite kommt", teilten die Kassen mit. Doch dies sei nicht geschehen. Die Ärztekammer hat demnach eine Tariferhöhung für das Jahr 2006 um 4,5 Prozent sowie eine eben solche Erhöhung für das Jahr 2007 gefordert.

Außerdem wurde die Aufhebung aller Abrechnungslimits verlangt. Für die Kasse würde das eine Erhöhung der auszubezahlenden Honorarsumme von 13 bis 19 Prozent bedeuten, so die Angaben der WGKK. Die Gebietskrankenkasse habe ihrerseits angeboten, die Honorarsumme um 2,5 Prozent zu erhöhen.

Die Gebietskrankenkasse versicherte, dass selbst im Fall einer Nichteinigung "selbstverständlich" auch im kommenden Jahr die Honorare so wie üblich abgerechnet werden. Schließlich sei der Gesamtvertrag nicht gekündigt worden.

Ganz anders sieht man das bei der Ärztekammer. "Wir beraten intern und bereiten uns auf den vertragslosen Zustand vor", so eine Sprecherin. Man habe die Verhandlungen unterbrochen, weil sich bei der WGKK einfach nichts bewegt habe. Die Ärzte sind darüber verärgert, dass Kassen-Obmann Bittner lediglich ein Plus von 8,5 Mio. Euro angeboten habe und darüber nicht mehr verhandeln wolle. (apa/red)

9.12.2005 16:19