Produktfälschungen boomen: Vier Millionen Stück gefälschte Waren allein in Österreich
- Fake-Versace-Kleider landeten in Schreddermaschine

Produktfälschungen boomen: Alleine in der EU wurden vergangenes Jahr gefälschte Waren beschlagnahmt, die in Lkws gepackt eine Kolonne von Wien nach Paris ergeben würden. Am Mittwoch fand am Wiener Zollamt eine Ladung von gefälschten Versace-Kleidern ihr unrühmliches Ende in der Schreddermaschine. Die Pullis, Hemden und Anoraks wurden vor etwa einem halben Jahr in Oberösterreich entdeckt.
In Österreich wurden 2004 mehr als vier Millionen Stück gefälschter Produkte beschlagnahmt. Im Vergleich zu 2003 entspricht das einer Steigerung um alarmierende 723 Prozent. "Das Bewusstsein der Konsumenten muss geweckt werden - jeder Kauf von gefälschten Artikeln trägt dazu bei, dass Arbeitsplätze von Europa nach Asien, wo die Mehrheit der gefälschten Waren herkommt, abwandert", so Martin Reinisch, Rechtsvertreter des Modekonzerns Gianni Versace in Österreich
In der EU konnten 2004 insgesamt 103 Millionen Stück nachgeahmter Waren beschlagnahmt werden, davon rund 2,5 Millionen Stück gefälschter Bekleidung. Dies entspricht einer Steigerung um mehr als zwölf Prozent gegenüber 2003 und um 1.000 Prozent im Vergleich zu 1998. Schätzungen zufolge gehören den Fälschern bereits fünf bis sieben Prozent des Welthandels.
Der dadurch verursachte Schaden beläuft sich jährlich auf geschätzte 300 bis 400 Milliarden Euro. Zu den wirtschaftlichen Konsequenzen kommt Reinisch zufolge noch dazu, dass gefälschte Waren vielfach auch ein Gesundheitsrisiko beinhalten, vor allem gefälschte Medikamente, Zigaretten, Nahrungsmittel, Kosmetika und Ersatzteile.
Die Produkte kommen zumeist aus China, Vietnam, Thailand, Singapur, Russland, Ukraine und der Türkei. Oft wird von Fälscher- Banden bewusst ein Umweg über Japan eingeplant um die Herkunft zu verschleiern. (apa/red)

