Dienstag, 6. Dezember 2005

Aufräumen nach Refco-Debakel: Finanz-aufsicht stellt Verfahren gegen BAWAG ein

  • Bank kommt Empfehlungen und Aufforderungen nach

Die Bankenaufsicht goutiert die Aufräumarbeiten in der BAWAG P.S.K. nach dem Refco-Kreditdebakel. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat heute das vor knapp einem Monat eingeleitete behördliche Ermittlungsverfahren gegen die BAWAG abgeschlossen. Das auf Basis eines Prüfberichts zur umstrittenen Kreditvergabe an Refco eingeleitete Verfahren wird somit nicht weiter verfolgt.

Das Management der Gewerkschaftsbank BAWAG war wie berichtet nach einem 425-Millionen-Euro-Kredit an den mittlerweile insolventen US-Broker Refco bzw. dessen Ex-Chef Phillip Bennett unter Druck geraten. Am 17. November hat BAWAG-Chef Johann Zwettler dem Aufsichtsrat und der Öffentlichkeit seinen Rücktritt zum Jahresende verkündet, Aufsichtsrat und Bankspitze sagten als Konsequenz aus der Refco-Affäre Reformen in Organisation und Satzung zu. Die Bank werde allen Empfehlungen und Aufforderungen der FMA für ein modernes und umfassendes Risikosystem nachkommen, hieß es.

Zu Zwettlers Nachfolger wurde der Wiener Wirtschaftsprofessor Ewald Nowotny designiert, per 1. Jänner 2006. Riskante "Ausflüge" in die US-Hochfinanz wie die Geschäfte mit Refco soll es wie berichtet unter der neuen BAWAG-Spitze nicht mehr geben.

(apa/red)

6.12.2005 14:43