Montag, 5. Dezember 2005

Nationalbank nimmt Wachstumsprognose zurück: Wirtschaft nur mit einem 1,9%-Plus

  • Für die nächsten beiden Jahren werden 2,3% erwartet
  • OeNB amit optimistischer als OECD, EU, Wifo und IHS

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) nimmt ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Österreich für das laufende Jahr erneut etwas zurück, für die kommenden beiden Jahre erwarten die Notenbanker dagegen ein etwas kräftigeres Wachstum als bisher prognostiziert. Die Notenbanker bleiben mit ihren Erwartungen aber insgesamt optimistischer als Wifo, IHS, EU-Kommission oder OECD.

Die Wachstumsprognose für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2005 wird in der heute, Montag, in Wien präsentierten OeNB-Herbstprognose um 0,1 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent nach einem BIP-Wachstum von 2,4 Prozent im Jahr 2004 gesenkt. Die Prognosen für 2006 und 2007 werden dagegen um jeweils 0,1 Prozentpunkte auf jeweils 2,3 Prozent leicht erhöht.

Österreich sollte somit weiterhin stärker als der Euroraum wachsen, für den die OeNB für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von 1,2 bis 1,6 Prozent nach 1,8 Prozent im Jahr 2004 annimmt. Auch der Euroraum dürfte in den beiden kommenden beiden Jahre kräftiger wachsen, nämlich jeweils zwischen 1,4 und 2,4 Prozent.

Im Vergleich zu den jüngsten Konjunkturprognosen der EU-Kommission und OECD von Mitte und Ende November, bzw. von Wifo und IHS von Ende September ist die Nationalbank mit ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung optimistischer. Die OECD prognostizierte für 2005 ebenfalls 1,9 Prozent, das IHS 1,8 Prozent, Wifo und EU-Kommission nur 1,7 Prozent. Für 2006 erwartet die OECD und das IHS mit 2,1 Prozent, also etwas weniger als die OeNB (2,3 Prozent), die EU-Kommission prognostiziert 1,9 Prozent und das Wifo 1,8 Prozent. Für 2007 liegt die OECD mit ihrer Österreich-Prognose gleich auf mit der Nationalbank bei 2,3 Prozent, die EU-Kommission erwartet 2,2 Prozent. Wifo und IHS haben noch keine 2007-Prognosen.

Die Notenbanker begründen ihre vergleichsweise optimistische Einschätzung der heimischen Wirtschaftsentwicklung vor allem mit dem weiterhin stabilem Wachstum der Weltwirtschaft und den fehlenden nennenswerten Einflüssen der hohen Erdölpreise. Auch die Inlandsnachfrage gewinne an Schwung.
(apa)

5.12.2005 10:08