Sechs Spiele, sechs Niederlagen: Rapid ist vom "Abenteuer Champions League" erlöst!
- Nach 1:3 vs Juve: Wiener gewannen nur an Erfahrung
- Hicke: "Wir müssen schneller laufen und denken"
·Peinliche Vorstellung von Rapid gegen Juve
"Alte Dame" gewinnt in Wien mit 3:1 - BILDER
·BILDER: Rapids sechs
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Die Hoffnungen des österreichischen Meisters SK Rapid auf zumindest einen Punkt in der laufenden Champions-League-Saison haben sich im letzten Spiel der Gruppe A nicht erfüllt. Das 1:3 im Wiener Happel-Stadion gegen Pool-Sieger Juventus war die sechste Niederlage im sechsten Spiel und ähnelte den vorangegangenen Eliteliga-Auftritten: In gewissen Situationen glücklos, fehlte den Hütteldorfern aber vor allem die Klasse, um im wichtigsten Europacup-Bewerb zu reüssieren.
Josef Hickersberger war nach seinem letzten Spiel als Rapid-Trainer in Wien dennoch bemüht, die positiven Aspekte hervorzustreichen. "Man kann auf die Resultate schauen oder auch die Leistungen sehen. Die waren meistens okay, aber wir hatten nicht die richtige Ausbeute", erklärte der künftige ÖFB-Teamchef und war froh, "Gott sei Dank" nicht jedes Mal gegen Juve oder Bayern spielen zu müssen. "Denn das würde ich nicht überleben."
Immerhin hätten seine Spieler trotz der Niederlagen-Serie einiges dazugelernt. "Jetzt kann man sagen, wir sind die einzige Mannschaft in dieser Champions-League-Saison, die keinen Punkt gemacht hat. Wir können es aber auch positiv betrachten: Die meisten haben wichtige Erfahrungen gemacht, gar nicht so schlecht gespielt, aber eben Fehler gemacht."
In punkto Eigenfehler gelte es in den kommenden Jahren den Hebel anzusetzen. "Wir haben in der Champions League viel zu viele Tore zugelassen, die nicht gerade großartig herausgespielt waren, sondern durch unsere Fehler entstanden sind", sagte "Hicke".
Allgegenwärtiger Unterschied
Die Schnitzer gegen Juventus waren ein Beleg dafür, wie groß die von Hickersberger schon zuvor oft beschriebene Kluft zwischen dem österreichischen Meister und den europäischen Top-Mannschaften wirklich ist. "Der Unterschied ist, wie Klassespieler eine Situation erkennen und darauf reagieren. Was die Schnelligkeit vor allem im Kopf betrifft, ist uns Juventus sehr weit voraus. Wir müssen schneller laufen und denken", forderte der Coach.
Als Beispiel nannte er das 1:0 für die Italiener durch einen Freistoß mit eigenwilliger Flugbahn von Del Piero aus über 30 Metern. "Da hat Del Piero sehr genau auf Helge Payer geschaut. Der hat spekuliert, dass der Ball über die Mauer ins kurze Eck geschossen wird. Del Piero hat gesehen, dass Helge einen Schritt macht und den Ball perfekt ins Tormann-Eck geschossen", beschrieb Hickersberger die Führung für die Italiener ausgerechnet in der stärksten Phase von Rapid.
"Dieses Tor war für mich die Entscheidung im Spiel", meinte der 57-Jährige und nahm Payer, der bei dem Treffer keine allzu glückliche Figur gemacht hatte, in Schutz. "Es wäre schlecht zu sagen, dass uns Helge das Grab geschaufelt hat. Aber es war eben nicht sein Tag."
Payer selbst gab sich nach dem Del Piero-Treffer selbstkritisch. "Wenn man einen Freistoß ins Tormann-Eck bekommt, schaut der Goalie immer schlecht aus", erklärte der ÖFB-Teamkeeper. merkte aber auch an: "Diesen Freistoß hat Del Piero erfunden. Der Ball ist zuerst über die Mauer und dann ins Tormann-Eck geflogen."
Kein Punkt, noch immer kein Sieg
Der Kunstschuss des italienischen Teamspielers war der Anfang vom Ende der Rapid-Ambitionen, doch nicht als fünftes Team nach Kosice (1997/98), Fenerbahce (2001/02), Spartak Moskau (2002/03) und Anderlecht (2004/05) in die Geschichte einzugehen, das die Gruppenphase der Champions League ohne Punkt abschloss.
So aber kassierten die Hütteldorfer - die Saison 1996/97 miteingerechnet - ihre neunte Eliteliga-Niederlage in Folge und warten damit in der Königsklasse bei zehn Schlappen und zwei Remis weiter auf ihren ersten Sieg.
(apa)
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