Mittwoch, 7. Dezember 2005

Dicke Luft bei Glasgow Rangers: Trotz CL- Achtelfinales droht Coach McLeish Rauswurf

  • Real Madrids "Mannschaft voller Kinder" enttäuschte
  • Gruppe G: Essiens Foul an Hamann erhitzte Gemüter

Der international zuletzt nur noch zweitklassige schottische Fußball meldet sich in Europa zurück: Die Glasgow Rangers haben als erster schottischer Klub überhaupt die Gruppenphase der Champions League überstanden. Dank eines 1:1 am Dienstagabend im Heimspiel gegen ein Reservisten-Team von Inter Mailand qualifizierten sich die Rangers als Gruppenzweiter hinter den Italienern für das Achtelfinale.

Eine noch größere Überraschung in Gruppe H verpasste Artmedia Petrzalka Preßburg durch ein 0:0 gegen FC Porto, den Triumphator der Millionen-Liga von 2004. Mit einem Sieg wären die Slowaken noch an den Rangers vorbeigezogen. So bleibt den Slowaken als Trost zumindest die Teilnahme an der Runde der letzten 32 im UEFA-Cup.

In den Gruppen E bis H haben sich neben den Rangers und Inter auch AC Milan, PSV Eindhoven, Olympique Lyon, Real Madrid, Liverpool und Chelsea für das Achtelfinale am 21./22. Februar bzw. 7./8. März 2006 qualifiziert. Die Paarungen werden am 16. Dezember (12 Uhr) in Nyon ausgelost. Als Gruppendritte sind neben Petrzalka noch Schalke, Rosenborg Trondheim und Betis Sevilla im kommenden Jahr im UEFA-Cup weiter international dabei.

Für Rangers-Trainer Alex McLeish dürfte der Erfolg dennoch zu spät kommen. Angesichts von 17 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Celtic Glasgow in der schottischen Liga und nunmehr zehn sieglosen Spielen in Serie wird für Donnerstag die Trennung von McLeish erwartet.

Einen missglückten Einstand erlebte Juan Ramon Lopez Caro als Trainer von Real Madrid beim 1:2 auswärts gegen Olympiakos Piräus. Zwar waren die "Galaktischen" ohne alle Stars nach Griechenland gereist, doch die spanische Presse wollte sich mit der Leistung der "Mannschaft voller Kinder" ("Marca") nicht zufrieden geben.

"Ein Sieg war das Mindeste, was man hätte erwarten können. Die Niederlage beweist nur, dass die Mannschaft mit oder ohne Stammspieler krank ist", urteilte "El País" wenige Tage nach der Entlassung des brasilianischen Trainers Vanderlei Luxemburgo. Der dänische Schiedsrichter Kim Milton Nielsen beendete mit dem Spiel seine internationale Karriere, weil er mit 45 Jahren die Altersgrenze des Weltverbands (FIFA) erreicht hat.

Der deutsche Unparteiische Herbert Fandel sorgte für die einzig Aufsehen erregende Szene im englischen Derby in Gruppe G, in dem sich Titelverteidiger FC Liverpool mit einem torlosen Remis gegen Chelsea den Gruppensieg sicherte. Fandel übersah in der 23. Minute ein brutales Foulspiel von Chelsea-Spieler Michael Essien an Liverpools Dietmar Hamann. "Dazu muss ich nichts sagen. Da braucht man sich nur Hamanns Knie anschauen", lautete der Kommentar von Liverpool-Trainer Rafael Benitez.

(apa)

7.12.2005 13:19