Dienstag, 6. Dezember 2005

Nach sensationellem CL-Aus: Manchester-Manager Ferguson steht vor dem Abschuss

  • Schotte will aber weitermachen, Thun im UEFA-Cup
  • Bremen dank Barca-Schützenhilfe im Achtelfinale

Für Manchester United ist der Super-Gau eingetreten. Erstmals seit elf Jahren scheiterte der erfolgsverwöhnte Champions-League-Sieger von 1999 sensationell schon in der Vorrunde und darf als enttäuschender Letzter der Gruppe D nicht einmal am UEFA-Cup teilnehmen. Die Medien im Fußball-Mutterland fielen angesichts der sportlichen Krise des Star-Ensembles am Donnerstag über den langjährigen Erfolgscoach Alex Ferguson her und erklärten seine Ära nach 18 Jahren bei ManU für so gut wie beendet.

"Lichter Aus! Das ist der Anfang vom Ende für den Boss. Fergusons Zukunft liegt in Trümmern", befand "The Daily Mirror". Und "The Sun" titelte: "ManU ist am Tiefpunkt angelangt. Fergusons Zukunft als Coach in Manchester ist zweifelhaft." Während neben Werder Bremen, Villarreal und Benfica Lissabon die letzten Tickets für das am 16. Dezember in Nyon auszulosende Achtelfinale (21./22. Februar und 7./8. März 2006) holten, liegt der einstige Gigant aus Manchester am Boden. Nur ein Sieg und lediglich drei Treffer in sechs Spielen stellen dem Traditionsklub ein Armutszeugnis aus.

Ferguson will trotz der wohl größten Krise seiner Amtszeit nicht aufgeben. Er gab zwar zu: "Ich bin geschockt." Doch der 64-Jährige ist bereit, die Weichen für die Zukunft zu stellen. "Wir müssen uns erholen, neu formieren und von vorne beginnen. Dieser Verein ist immer wieder aus schwierigen Situationen auferstanden. Das werden wir auch diesmal tun", versprach der Coach. Die Saison ist aber kaum noch zu retten: Als Premier-League-Zweiter weist ManU schon zehn Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Chelsea auf, allerdings haben Rooney und Co. ein Spiel weniger ausgetragen.

Der spanische Klub Villarreal, der erst seit 2000 in der Primera Division spielt und mit 30 Millionen Euro eines der kleinsten Jahres-Budgets aller Europacup-Starter hat, stahl dem einst reichsten Verein der Welt die Show. Dank des 1:0-Heimsieges gegen Lille (spielt im UEFA-Cup weiter) zog der Außenseiter als Gruppensieger ins Achtelfinale ein.

Und noch ein "Kleiner" schnitt erfolgreicher ab als "ManU". Der erst 2002 in die 1. Schweizer Liga aufgestiegene Champions-League-Debütant FC Thun ist nach dem 0:0 auswärts gegen Sparta Prag (der Österreicher Alen Orman spielte durch) als Dritter der Gruppe B noch im UEFA-Cup dabei.

Den Gruppensieg holte sich der englische Vizemeister Arsenal, dem es auf Grund des 0:0 im Highbury gegen Ajax Amsterdam allerdings nicht gelang, als erstes Team seit dem FC Barcelona 2002 (damals noch in der ersten von zwei Gruppenphasen) eine Champions-League-Gruppe mit sechs Siegen und dem Punktemaximum von 18 Zählern zu beenden.

Die Katalanen beendeten nach dem 2:0 bei Udinese Pool C so wie Arsenal mit 16 Zählern und ermöglichten damit Werder Bremen noch den Aufstieg ins Achtelfinale. Die Hanseaten landeten daheim gegen Panathinaikos einen 5:1-Kantersieg und setzten sich mit sieben Punkten dank des gewonnenen direkten Duells gegen die Italiener durch.

(apa/red)

6.12.2005 14:32